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Berlin: Schläger vom Alexanderplatz meidet Prozess in Deutschland

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Ein Trauerbrief liegt in Berlin zwischen Blumen und Kerzen am Alexanderplatz im Gedenken an einen zu Tode geprügelten 20-Jährigen. (FOTO: DPA)

Knapp vier Monate nach dem tödlichen Prügel-Angriff vom Berliner Alexanderplatz versucht sich ein mutmaßlicher Haupttäter weiter der deutschen Justiz zu entziehen. Der 19-Jährige war in die Türkei geflüchtet.
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Berlin/dpa. 

Nun stellte die türkische Justiz ein sogenanntes Rechtshilfeersuchen, um die deutschen Ermittlungsunterlagen einzusehen, wie am Freitag verlautete.

Hintergrund ist wohl, dass der Mann die türkische Staatsbürgerschaft hat und so der deutschen Untersuchungshaft in Berlin entgehen kann. Andernfalls hätte sich die türkische Justiz nicht eingeschaltet. Ob er die türkische Staatsbürgerschaft erst jetzt annahm, ist unklar.

Die Berliner Justiz versucht seit Monaten, den Verdächtigen zurückzuholen. Trotz eines Haftbefehls gelang das bis jetzt aber nicht.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, wollte sich zu der Frage der Staatsbürgerschaft nicht äußern, sondern sagte nur: „Wir werden das Rechtshilfeersuchen prüfen.“ Bisher sei es formal aber noch nicht eingetroffen.

Ein 20-Jähriger war Mitte Oktober in der Nähe des Alexanderplatzes von vermutlich sechs jungen Männern ohne Anlass zu Tode geprügelt und getreten worden. Vier der mutmaßlichen Täter hat die Polizei gefasst, drei von ihnen sitzen in Untersuchungshaft. Neben dem 19-Jährigen ist noch ein zweiter Verdächtiger auf der Flucht. Wer welchen Anteil an der Tat hatte, ist unklar. Der Fall hatte bundesweit Entsetzen und eine neue Debatte über Jugendgewalt ausgelöst.

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