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Berlin: Polizei ist vom Bankräuber-Tunnel beeindruckt

Uhr | Aktualisiert 17.01.2013 22:19 Uhr
Licht brennt in Berlin in einer Tiefgarage im Stadtteil Steglitz in einem Tunnel. Den hatten bislang unbekannte Räuber zu einer angrenzenden Bank gegraben. (FOTO: DPA) 
Mit einem Phantombild sollen die Berliner Tunnel-Gangster geschnappt werden. Von der präzisen Bauarbeit in der Röhre zeigt sich selbst die Polizei beeindruckt.
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Berlin/dpa. 

Es riecht nach Benzin und Feuer. In der 25 Zentimeter dicken Betonwand der Tiefgarage in Berlin-Steglitz klafft ein aufgebohrtes Loch. Von da führt ein mit dicken Holzbohlen ausgebauter Tunnel nach Südosten - in Richtung des Tresorraums der Volksbank in 45 Metern Entfernung. Durch diesen unterirdischen Gang, dessen Eingang die Polizei am Donnerstag erstmals der Öffentlichkeit präsentierte, verschwanden am vergangenen Wochenende die Einbrecher mit dem Inhalt von 300 Schließfächern.

Nach tagelanger Spurensicherung und mehr als 60 Hinweisen gibt sich die Berliner Polizei optimistisch„Wir sind zuversichtlich die Täter mit diesen Angaben zu finden“, sagte Sprecher Thomas Neuendorf sagte am Donnerstag. Mit dem Phantombild eines Mannes wird jetzt nach der Bande gefahndet. Das Bild entstand nach Aussage von Zeugen, die den Mann in der Tiefgarage sahen. Er ist etwa 30 bis 40 Jahre alt und rund 1,90 Meter groß. Auf einer Wange hat er ein auffälliges Muttermal. Er wird als stämmig und mit Bauchansatz beschrieben und trug verschmutzte Arbeitshosen sowie ockerfarbene Arbeitsstiefel. Wie viele Täter insgesamt an dem spektakulären Coup beteiligt gewesen seien, sei noch unklar.

Beeindruckt von dem hochprofessionellen Bau des Tunnels gaben sich bislang alle Polizisten und am Donnerstag auch Journalisten und andere Beobachter. Hinter dem Rolltor, das eine geräumige Einzelgarage von der Zufahrt in die eigentliche Tiefgarage trennt, präsentiert sich eine Art Arbeitsraum für eine Einbrecher-Bande.

Der Raum bietet genug Platz, um ein Auto so hineinzufahren, dass es rückwärts mit ausgegrabener Erde beladen werden kann. Ein großer Berg Sand häuft sich noch an einer Seite auf. In der linken, kürzeren Seitenwand klafft ein großes Loch. Die halbkreisartigen Ränder zeigen, dass die Einbrecher den Beton mit einem Bohrer mit großem Durchmesser durchbrachen.

Dahinter kommt der eigentliche Tunnel zum Vorschein. Wie ein Bergwerksschacht aus einem früheren Jahrhundert öffnet sich der etwa 1,50 Meter hohe Gang, der in einer Rechtskurve in der Dunkelheit entschwindet. Den Boden bedeckt heller Sand, die Wände und die Decke sind komplett durch dunkle und mit Eisenwinkeln verbundene Holzbretter verkleidet und abgestützt. „Das hätte ich nicht so perfekt erwartet“, sagt sogar eine junge Polizistin.

An der Erdoberfläche beginnen an der Rückwand der Bank gleichzeitig Arbeiter, mit Presslufthämmern den Boden aufzustemmen. Der Tunnel wird nach Ende der Untersuchungen ausgegraben und wieder zugeschüttet. Über der Durchfahrt zum Hinterhof, von dem aus die Garage abgeht, hängt derweil noch ein Schild. Vielleicht animierte es die Einbrecher vor knapp einem Jahr zu ihrer Tat. „Tiefgaragen Stellplätze zu vermieten“, steht darauf.

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