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Berlin: Geiselnahme in Berlin endet unblutig

Uhr | Aktualisiert 22.12.2012 02:55 Uhr

Ein Polizist läuft mit Schutzschildern in Berlin während eines Polizeieinsatzes zu einer Bank. Ein Bankräuber hatte bei einem Überfall in Berlin einen Angestellten als Geisel genommen. (FOTO: DPA)

Die Geiselnahme in einer Berliner Bank ist unblutig zu Ende gegangen. Der Täter wurde festgenommen. Der Mann habe aufgegeben, die Geisel freigelassen und sei von sich aus aus der Bank gekommen, teilte die Polizei mit.
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Berlin/dpa/dapd/MZ. 

Die Taktik der Polizei sei aufgegangen, sagte Polizeisprecher Stefan Redlich nach einem fast zehnstündigen Nervenkrieg mit dem Täter. Nachdem die Beamten stundenlang mit dem Mann verhandelt hatten, gab er in der Nacht auf und ließ sich widerstandslos festnehmen.

Der Täter war gegen 16.00 Uhr in die Filiale eingedrungen. 20 weitere Mitarbeiter der Bank konnten über einen Notausgang fliehen. Spezialeinheiten hatten am frühen Abend die Umgebung gesichert. Auch Hunde waren im Einsatz. Die sonst viel befahrene Straße wurde weiträumig abgesperrt. Es entstand ein Stau. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) meldeten erhebliche Beeinträchtigungen für die Buslinien M48, M11, X10, 285, 101, 112 und 115. Nach RBB-Informationen wurden die Betreiber zweier Tankstellen in der Umgebung des Tatortes aufgefordert, wegen der Gefahr einer Explosion ihre großen Treibstofftanks abzusperren.

Zuletzt hatte in Berlin im April 2003 ein Geiselnehmer einen Linienbus nach einem Banküberfall im Stadtteil Schöneberg in seine Gewalt gebracht. Ein zweiter Bankräuber konnte zunächst entkommen. Von ursprünglich 20 Geiseln wurden im Verlauf einer mehrstündigen Irrfahrt durch die Stadt alle bis auf zwei freigelassen. Nach viereinhalbstündiger Geiselnahme stürmte ein Spezialeinsatzkommando den entführten Bus, befreite die letzten beiden Geiseln unverletzt und nahm den 46-jährigen Entführer fest.

Im Juni 1995 hatten sechs Männer eine Commerzbank, ebenfalls in Zehlendorf, überfallen und 16 Geiseln genommen. Als die Polizei nach 18 Stunden die Bank stürmte, waren die Täter mit einer Beute von knapp 16 Millionen D-Mark, darunter Lösegeld aber auch Goldbarren und Schmuck aus den Safes, durch einen selbst gegrabenen Tunnel entkommen. Sie wurden aber später gefasst und verurteilt.