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Australien: Regierung entschuldigt sich bei Missbrauchsopfern

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Der australische Verteidigungsminister Stephen Smith entschuldigte sich im Namen der Regierung. (ARCHIVFOTO: DPA)

Die australische Regierung hat sich am Montag vor dem Parlament offiziell für eine Serie von Missbrauchsfällen in den Reihen der Armee entschuldigt.
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Sydney/AFP. 

Die Vorkommnisse seien „nicht akzeptabel und entsprechen nicht den Werten einer modernen, pluralistischen und toleranten australischen Gesellschaft“, sagte Verteidigungsminister Stephen Smith vor den Abgeordneten. Er entschuldige sich dafür „im Namen der Regierung“.

Beim australischen Militär wurden einer Untersuchung zufolge jahrzehntelang minderjährige Rekruten körperlich und sexuell missbraucht. In einem 1500 Seiten langen Bericht sind Einzelheiten zu 847 Fällen aufgelistet, die bis in die 1950er Jahre zurückgehen. Demnach wurden sowohl Männer als auch Frauen Opfer von Übergriffen.

Die Regierung hatte den Bericht im vergangenen Jahr nach dem sogenannten Skype-Skandal in Auftrag gegeben. Damals hatte eine Rekrutin Geschlechtsverkehr mit einem jungen Ausbildungskameraden, der das Geschehen ohne ihr Wissen online in einen anderen Raum übertrug, wo andere Rekruten zusahen.