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Infiniti: Schöner knausern mit dem M35h

Uhr | Aktualisiert 14.02.2013 14:34 Uhr

Ist der flach,Mann! Der M35h duckt sich mit eleganter Silhouette unter dem Wind weg. (FOTO: WE)

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Nissans Luxusschwester legt dem M35h ein zweites Kraftwerk vor die Hinterachse. Mit diesem Elektromotor lässt sich elegant Sprit sparen.
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Halle (Saale)/MZ. 

Hybrid ist in, wer heute nicht Hybrid anbietet, steht als Automobilproduzent da wie einer, der eben noch den letzten Holzvergaser eingemottet hat. In Zeiten knapper fossiler Ressourcen ist es einfach schick, geizig zu sein. Was Nissan in seiner Brot-und-Butter-Riege noch nicht anbietet, macht die Edel-Schwester Infiniti vor.

Da steht in der Oberklasse der M35 als Hybrid bereit und wartet mit einer interessanten Motorenkombination auf. Die funktioniert denkbar simpel und erspart sich die Verlegung der jeweiligen Antriebskomponenten auf unterschiedliche Achsen. Beim Infiniti heißt das in folgender Reihenfolge: V6-Benziner-Kupplung-Elektromotor-Automatikgetriebe-Kupplung-Hinterachse. Im Klartext: Alle verfügbare Kraft von insgesamt 364 PS (268 kW) fließt elektronisch gesteuert und kontrolliert an die hinteren Räder. Dabei entscheiden Fahrverhalten, Gaspedalstellung und äußere Bedingungen darüber, wann und für wie lange sich der Elektromotor (68 PS) als einziger Kraftquell produzieren darf.

Er macht es - um es kurz zu sagen - sehr häufig, sehr zügig und auch überraschend lange. Sobald die Lithium-Batterien einen ausreichenden Ladezustand erreicht haben, kuppelt sich der V6-Benziner aus und schweigt. Erkennbar ist das an der Nadel des Tourenzählers, die schlagartig auf Null sackt. Dann schiebt der E-Motor den immerhin 1,8 Tonnen wiegenden Wagen leise surrend wie ein Baumarkt-Gabelstapler durch die Landschaft. Die Kraft soll bis 100 km / h reichen, obwohl Tempo 80 eher die Bestform markiert. So schafft man es sogar, längere Autobahn-Baustellen ohne CO2-Ausstoß zu passieren. Im Stadtverkehr ist man bei Tempo 50 dann der ganz große Umweltschützer, denn selbst das Anfahren auf ebener Strecke funktioniert ohne einen Tropfen Benzin. Mithin erreicht ausgerechnet im Stadtverkehr Verbrauchswerte, von denen ein Normal-V6er nur träumt. Der Akku-Pack wird übrigens von allem geladen, was im Infiniti Strom produziert - auch von den Bremsen.

Dass am Ende knapp neun Liter Super vom Bordcomputer bilanziert werden, erfreut den Liebhaber des gediegenen Fahrspaßes. Damit reichen die 70 Liter Super im Tank ein ordentliches Stück, so man nicht alleweile den Spurt auf Tempo 100 in 5,5 Sekunden austestet. Auch 159 Gramm CO2 pro km lassen sich sehen. Nachteilig ist aber die besonders im kalten Winter auffällig geringe Heizleistung. Wo keine Verbrennungsmotor läuft, entsteht halt auch kaum nutzbare Abwärme. Und: Der Kofferraum hat wegen des Platzbedarfes der Akkus mit 350 Litern gerade mal Golf-Niveau.

Niveau der wahren Güte indes zeigt der M35h im Inneren. Angefangen bei Leder und Edelhölzern über eine brachiale Soundanlage putzt sich der Infiniti auch technisch mit allem heraus, was die Ingenieurskunst heute zu bauen vermag. Passive und aktive Sicherheit sind auf höchstem Niveau und auch an Fußgänger ist gedacht: Nähert sich der M35h einem Passanten, ertönt ein warnender Signalton.

Den Wagen gibt es als GT für 55 490 Euro und GT Premium für 61 590 Euro. Das ist gut angelegtes Geld, wenn man das Außergewöhnliche sucht.