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Suchmaschine: Googeln wie ein Gott

Uhr | Aktualisiert 13.09.2008 12:32 Uhr
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Blick auf eine Tastatur

Blick auf eine Tastatur. (Foto: MZ)

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Den Namen hat sich die Suchmaschine Google damals nicht gesucht, sie hat ihn gefunden. Ein deutscher Investor namens Andy Bechtolsheim hatte sich eben eine zehnminütige Präsentation der Google-Gründer Larry Page und Sergej Brin angehört.
Halle/MZ. 

Spontan stellte er einen Scheck für die junge Firma aus. Als Empfänger der Summe war "Google Inc." eingetragen - notgedrungen mussten Page und Brin die Firma so nennen, um den Scheck einlösen zu können.

Zehn Jahre später ist aus der Garagenfirma das erfolgreichste Unternehmen des Internet-Zeitalters geworden. Google ist heute 74 Milliarden Euro wert - fünfmal so viel wie BMW. Ein Wert mit Gegenwert: Google sackt jeden dritten Dollar ein, der im Datennetz für Werbung ausgegeben wird. Weltweit wird Google häufiger genutzt als alle anderen Suchmaschinen zusammen. Und dabei wissen die meisten Google-Nutzer gar nicht, wie sie "den Schlitz", wie die Googleseite wegen ihres kargen Layouts genannt wird, richtig nutzen.

Eine typische Google-Anfrage in Deutschland lautet etwa "Wetter". Über die Suchergebnisse landet der User dann bei wetter.de. Dort gibt er "Berlin" ein und sieht, dass es in der Hauptstadt regnet. Einfacher wäre es gewesen, "wetter:berlin" einzugeben - Google selbst nämlich ist die größte Wetterstation im Netz, die aktuelle Temperaturen von Kathmandu bis Gröbzig vorrätig hat.

Überhaupt kann die Seite viel mehr, als viele wissen. Google ist auf Wunsch ein Taschenrechner, der die Eingabe von 10 x 12 + 5 -88 mit "37" beantwortet. Google rechnet 77 Dollar zum Tageskurs in 54,111033 Euro um, zeigt nach Eingabe einer Telefonnummer die günstigste Vorwahl und bei Eingabe einer Adresse eine Karte dazu. Auch in Sachen Websuche ist die einfache Eingabe eines Begriffes etwa so effektiv wie das Einschlagen von Nägeln mit einer Bohrmaschine. Bei Google spielen Groß- und Kleinschreibung keine Rolle, ebenso wenig wie Umlaute und die Eingabe etwa des Wortes "und" zur Verknüpfung mehrerer Begriffe.

Google verknüpft bis zu 32 Worte automatisch, tut aber auf Wunsch gern noch etwas mehr: mit Anführungsstrichen werden Suchbegriffe in exakt der eingegebenen Reihenfolge gesucht. Ein Plus sorgt dafür, dass nur Ergebnisse angezeigt werden, die den Suchbegriff hinter dem Plus enthalten, ein Minus erreicht das Gegenteil. Mit einem "or" sucht die Maschine Seiten, die entweder das eine oder das andere gesuchte Wort enthalten. Mit dem Befehl "filetype:" lässt sich noch genauer suchen - nämlich nach Treffern in bestimmten Dateiformaten. Filetype:doc sucht nach Texten, während filetype:jpeg nur Bilder findet. Der Befehl "site:" dagegen durchforstet Websites nach Begriffen. Google site:mz-web.de listet etwa alle Artikel zum Thema Google auf mz-web.de.

Ganz nah an die allerletzten Fragen kommt, wer Google nach der "Antwort auf das Leben, das Universum und alles sonst" suchen lässt, die der Schriftsteller Douglas Adams in seinem Roman "Per Anhalter durch die Galaxis" aufwarf. Auch darauf antwortet der Schlitz nämlich völlig korrekt mit "42".