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Deutsche Bahn: Sexy Zugdurchsage von Angelina Jolie?

Uhr | Aktualisiert 25.01.2013 23:19 Uhr

Claudia Urbschat-Mingues. (FOTO: DPA)

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"Willkommen zu unserer gemeinsamen Mission!" - mit diesem Satz wurden am Freitag die Reisenden im Pendlerzug von Augsburg nach München begrüßt. Die säuselnde Stimme war dem Hollywoodstar Angelina Jolie zuzuordnen - das kam nicht bei jedem gut an.
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Halle (Saale)/MZ. 

Wie man es macht, man macht es verkehrt, sagt der immerkluge Volksmund in seinem unübertrefflichen Fatalismus. Wie recht er doch hat. Da wollte die Deutsche Bahn ihrer Kundschaft mal etwas Gutes tun, und was erntet sie dafür? Unverständnis statt Dank.

Dabei hatten sich die Herren der Schiene das so hübsch gedacht: "Willkommen zu unserer gemeinsamen Mission!" - mit diesem Satz wurden am Freitag die Reisenden im Pendlerzug von Augsburg nach München begrüßt. Doch die braven Bayern waren nicht beglückt, derart als Sozialpartner des selbsternannten Unternehmens Zukunft angemacht zu werden. Zumal die säuselnde Stimme dem Hollywoodstar Angelina Jolie zuzuordnen war, das heißt: der deutschen Synchronsprecherin Claudia Urbschat-Mingues, die Jolie in unseren Kinos so sexy klingen lässt.

Da hatten es sich die guten Leute gerade mit Smartphone und Kaffeeflasche gemütlich gemacht. In der Zeitung lasen sie über Rainer Brüderles Herrenwitze und fühlten sich prompt in zweideutiger Weise genötigt: Gemeinsame Mission, Kruzitürken nochamol, was hat denn das zu bedeuten? Einige der Passagiere sollen sich, so wird berichtet, in einem Pornofilm gewähnt haben. Man will sich das Grauen gar nicht vorstellen.

Der Mensch, von dem die Idee für die gescheiterte Mission stammt, wird traurig sein. Gewiss ein aufstrebender Jungmanager, dessen Karriere nun einen Knick erhält. Und seine Seele auch. Der Bahn aber wird nichts weiter übrig bleiben, als zu tun, was sie kann: Preiserhöhung, Verspätungen, dreckige Züge. Da weiß man doch, woran man ist.