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Technik: Aus 50 Einzelbildern entsteht ein Panorama

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Krummes Tor in Merseburg

Neuer Blickwinkel: Das Foto zeigt das Krumme Tor in der Domstraße in einer ungewöhnlichen Perspektive. Dieses Motiv ist eines von 14 Bildern in der virtuellen Panorama-Welt Merseburg. (FOTO: STEFFI SCHRAMM)

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Die Panoramafotografie gehört nicht ohne Grund zur Königsklasse der bildlichen Darstellung. Von der Auswahl der Motive bis hin zum fertigen Panorama ist es ein langer Weg mit zahlreichen Arbeitsschritten, die trotz modernster Technik eine Menge Handarbeit erfordern. Doch die Mühe lohnt sich, wie auf www.mz-web.de zu sehen ist.
Halle (Saale)/MZ. 

Nicht nur die technische Ausstattung ist ausschlaggebend für ein gutes Panorama, sondern auch der Standort, von dem aus die einzelnen Aufnahmen gemacht werden. Außerdem können schlechtes Wetter, Baustellen, parkende Autos oder Menschenmassen das Bild stören und dadurch möglicherweise den Panoramablick behindern.

Jedes 360-Grad-Panorama besteht aus mindestens 50 Einzelbildern, die mit Hilfe einer Spiegelreflexkamera auf einem Panoramastativkopf aufgenommen werden. Anschließend werden sie auf den PC übertragen und an eine spezielle Software übergeben. Mit Hilfe des so genannten "Stitching"-Programms (engl. nähen, heften) werden die Bilder zunächst grob aneinander gefügt und dann in Handarbeit genau angepasst.

Die Handarbeit besteht darin, "Kontrollpunkte" zu setzen, die in zwei sich überlappenden Bildern denselben Punkt, beispielsweise eine bestimmte Ecke am Bordstein, markieren. Ist diese Arbeit abgeschlossen, werden die einzelnen Fotos in mehreren Schritten optimiert. Anschließend werden sie neu verrechnet und am Ende als ein großes sphärisches Bild ausgespielt, das das komplette Bild im Format 360 mal 180 Grad zeigt. Dieser Prozess des "Renderns" (engl. ausspielen) dauert ungefähr vier Stunden.

Das sphärische Bild enthält noch alle Einzelbilder und ist etwa drei Gigabyte groß. Mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogrammes können bewegte Elemente wie Menschen oder Autos, die doppelt im Bild sind oder beim Zusammenfügen nicht richtig erkannt wurden, ein- bzw. ausgeblendet werden.

Nach der Bearbeitung von Helligkeit und Kontrast sowie dem Verpixeln der Gesichter von Passanten wird das Gesamtbild ausgespielt und an ein weiteres Programm übergeben. Es wandelt die Bild-Datei in ein Flash-Format mit Elementen zum Navigieren um. Damit ist der entscheidende Schritt zur Veröffentlichung bereits getan: Nun muss nur noch die Flash-Anwendung in die Internet-Seite eingebunden werden und schon sind dreidimensionale Bewegungen innerhalb des Panoramas möglich.

Klingt alles sehr technisch, ist es letztlich gar nicht. Überzeugen Sie sich selbst und besuchen Sie unsere Panorama-Welten.