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Zweiter Weltkrieg: Erinnerung an die Zerstörung von Magdeburg

Uhr | Aktualisiert 03.03.2014 07:55 Uhr

Am 16. Januar werden auf dem Westfriedhof in Magdeburg an der Gedenkstätte für die Opfer des Luftangriffes vom 16. Januar 1945 auf die Elbestadt niedergelegt. (FOTO: DPA)

Zum 68. Jahrestags des großen Luftangriffs erinnert Magdeburg an die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg. Oberbürgermeister Trümper mahnt: Der Krieg ging von deutschem Boden aus.
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Magdeburg/dpa. 

Mit zahlreichen Veranstaltungen hat Magdeburg am Mittwoch der Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg gedacht. „Im Gedenken an die Toten dürfen wir nicht vergessen, dass der Zweite Weltkrieg von deutschem Boden ausging. Der Krieg kam nach Deutschland zurück“, erklärte Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) zum 68. Jahrestag des großen Luftangriffs vom 16. Januar 1945.

An der Gedenkstätte für die Opfer des Bombardements auf dem Westfriedhof legten Trümper und der frühere Landtagspräsident Dieter Steinecke (CDU) Kränze nieder. Rund 250 Menschen waren zu dem Gedenken gekommen. Am Abend sollten Konzerte unter anderem im Opernhaus und im Kloster Unser Lieben Frauen an die Zerstörung der Stadt erinnern. Zudem sollten zum Zeitpunkt des Angriffs um 21.28 Uhr die Glocken in den Kirchen der Stadt läuten.

Magdeburg war wenige Monate vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges Ziel eines Bombenangriffs, bei dem rund 2500 Menschen starben. Am vergangenen Wochenende hatten rund 900 Neonazis das Datum für einen Aufmarsch genutzt. Wegen eines Straßenfestes und Gegendemonstrationen mit insgesamt rund 12 000 Menschen fand er allerdings am südlichen Stadtrand und nicht in der Innenstadt statt. Einen weiteren Aufmarsch für das kommende Wochenende sagten Rechtsextremisten ab.

Bei mehreren Bombenangriffen wurde die Altstadt von Magdeburg im Zweiten Weltkrieg zu etwa 90 Prozent zerstört. Während vor dem Krieg noch rund 330 000 Menschen in Magdeburg lebten, waren es im April 1945 nur noch 90 000. Besonders betroffen waren damals das Krupp-Gruson-Werk, das Junkerswerk und die Brabag. Am 18. April besetzten amerikanische Truppen den Westteil Magdeburgs, sowjetische Truppen nahmen wenig später die östlichen Stadtteile ein.

In Sachsen-Anhalt wurden auch Dessau, Halberstadt, Zerbst und Merseburg kurz vor Kriegsende durch Luftangriffe weitgehend zerstört.

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