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Zerstückelte Leiche in Leipzig: Angeklagter muss sich Fragen der Staatsanwaltschaft stellen

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Mit einem Leichenspürhund suchte die Polizei im Elsterflutbett in Leipzig nach Leichenteilen. (ARCHIVFOTO: DPA)

Im Prozess um eine zerstückelte Leiche hat der Angeklagte am Freitag vor dem Landgericht Leipzig zum ersten Mal Fragen der Staatsanwaltschaft, Richter und Gutachter beantwortet.
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Leipzig/DAPD. 

Für die Vernehmung des 24-Jährigen wurde allerdings auf Antrag von Verteidigung und Staatsanwaltschaft die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Zudem ordnete die Strafkammer eine Zusatzuntersuchung der Intelligenzstruktur des Angeklagten an.

Richter Hans Jagenlauf begründete den Ausschluss der Öffentlichkeit damit, dass sonst schutzwürdige Interessen von Benjamin H. verletzt würden. „Es könnte sich für den Angeklagten negativ auswirken“, sagte Jagenlauf.

Die beiden Verteidiger des 24-Jährigen hatten vor elf Tagen außerdem zugestimmt, dass sich ihr Mandant von dem Berliner Psychiater Hans-Ludwig Kröber begutachten lassen will. Nachdem Kröber am Donnerstag damit begonnen hatte, H. in der Untersuchungshaft zu befragen, regte er nun eine Zusatzuntersuchung zur Intelligenz des Angeklagten an. Diese Untersuchung ordnete die erste Strafkammer am Freitag an.

Dem im thüringischen Arnstadt geborenen Mann wird vorgeworfen, im Oktober 2011 einen Freund vergewaltigt, ihm die Genitalien abgeschnitten und ihn mit mehr als 20 Messerstichen getötet und anschließend zerstückelt zu haben.

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