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Winterwetter: Eisiges Sachsen-Anhalt

Uhr | Aktualisiert 10.12.2012 08:32 Uhr
Mit dem Schneeschild eines Kommunalfahrzeuges wird eine Straße in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) von Schneemassen geräumt. Auch für die kommenden Tage sagen die Meteorologen wechselhaftes Wetter bei Temperaturen um den Gefrierpunkt voraus. (FOTO: DPA) 
Nach den teils heftigen Niederschlägen liegt seit Sonntag ganz Sachsen-Anhalt unter einer geschlossenen zehn bis über 25 Zentimeter dicken Schneedecke. Wintersportler zog es vor allem in den Harz.
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Halle (Saale)/DPA/MZ/GIM. 

Kälte und Schnee haben das Land fest im Griff. In einem Park in Großkühnau bei Dessau-Roßlau ist am Sonnabend die erste Kältetote dieses Winters in Sachsen-Anhalt gefunden worden. Die noch unbekannte Frau ist offenbar erfroren. Die Leiche habe auf einer schneebedeckten Wiese des Gartenreichs Dessau-Wörlitz gelegen, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei mit. Der Park gehört zum Unesco-Welterbe. Nach ersten Erkenntnissen gibt es keine Anzeichen auf Fremdeinwirkung. Die genaue Todesursache soll jetzt durch eine Obduktion der Leiche ermittelt werden.

Nach den teils heftigen Niederschlägen liegt seit Sonntag ganz Sachsen-Anhalt unter einer geschlossenen zehn bis über 25 Zentimeter dicken Schneedecke. Wintersportler zog es vor allem in den Harz, wo am Sonntag sieben Lifte geöffnet und insgesamt 87 Kilometer Loipe gespurt waren.

Unterdessen hatten Autofahrer mit Schnee und Glätte zu kämpfen. Landesweit gab es bis zum Abend 156 Unfälle, vor allem im Norden. Meist gingen sie glimpflich aus - nur mit Blechschäden.

Nach Einschätzung der Polizei hatten sich die Fahrer weitgehend auf die winterlichen Straßenverhältnisse eingestellt.

Die Straßenmeistereien des Landes, die seit Anfang November einen Bereitschaftsdienst eingerichtet haben, seien seit den Morgenstunden mit rund 200 Fahrzeugen unterwegs gewesen, sagte Uwe Langhammer, amtierender Präsident der Landesstraßenbehörde. "Der Verkehr auf den Autobahnen und Bundesstraßen rollt" erklärte er. "Kurzzeitige Schneeverwehungen auf der A 14 zwischen Bernburg und Halle konnten schnell beseitigt werden", so Langhammer am Sonntagabend. "Auch in der Nacht wird weiter geräumt, damit am Morgen der Berufsverkehr möglichst normal ablaufen kann." Er appellierte an die Autofahrer, Rücksicht auf die Räumfahrzeuge zu nehmen. Am Flughafen Leipzig / Halle gab es Verspätungen, weil die Maschinen enteist werden mussten, so Airport-Sprecher Uwe Schuhart. Der Räumdienst sei im Dauereinsatz. Fluggäste von und nach Frankfurt am Main waren betroffen, weil der dortige Airport für eine Stunde komplett geschlossen werden musste. Die Deutsche Bahn drosselte im Fernverkehr die Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 200. Es kam zu Verspätungen.

Stürmisch war es auf dem Brockengipfel. "Es schneit kräftig, und der Wind weht mit mehr als 100 Kilometern pro Stunde über die Bergkuppe", berichtete Wetterdiensttechniker Marc Kinkeldey von der dortigen Wetterstation. Am Sonntag lagen auf dem 1.141 Meter hohen Berg 35 Zentimeter Schnee.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes soll es in den nächsten Tagen weitere Schneefälle, aber keinen Eisregen geben. "In Sachsen-Anhalt kommen voraussichtlich im Laufe der Woche noch einmal fünf bis zehn Zentimeter Schnee hinzu", sagte Meteorologe Helmut Amalewski. Am Tage erwartet er Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt. Nachts sei mit Werten bis zu minus zehn Grad zu rechnen.

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