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Winter in Sachsen-Anhalt: Lkw-Fahrer und Bahn kämpfen gegen Glätte und Schnee

Ein Lastwagen ist bei Schnee und Glätte auf der Autobahn 2 bei Marienborn in die Leitplanke gerutscht.

Ein Lastwagen ist bei Schnee und Glätte auf der Autobahn 2 bei Marienborn in die Leitplanke gerutscht.

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dpa

Halle (Saale) -

Glätte und Schnee haben am Dienstag auf den Straßen Sachsen-Anhalts zu zahlreichen Unfällen geführt - und den Winterdienst erstmals auf die Probe gestellt. „Wir können den Autofahrern zwar noch halbwegs befahrbare Straßen anbieten, doch sollte es weiterhin schneien, dann wird es kritisch“, erklärte Karsten Kirmse, Landesvorsitzender im Verband deutscher Straßenwärter. Grund dafür sei der Personalmangel. „Wir suchen noch immer weitere Zeitarbeitnehmer, weil nicht alle Stellen besetzt sind.“

Die Vize-Chefin der Landesstraßenbau-Behörde, Petra Witte, räumte ein, dass es am ersten Wintertag der Saison noch Anlaufschwierigkeiten gegeben habe. „Zu Beginn des Winters ist immer unsere größte Sorge, wieder in Tritt zu kommen.“ Aus ihrer Sicht seien die Bedingungen auf den Bundes- und Landesstraßen sowie auf den Autobahnen „zwar nicht optimal, aber befriedigend gewesen“. Die Kritik des Verbandes der Straßenwärter wies Petra Witte aber zurück; das sei das Gegenteil von jener Wertschätzung, die die Kollegen verdienten. „Wir hatten alles Personal im Einsatz, was verfügbar ist.“ Allerdings ist schon seit Wochen klar, dass das nicht mehr reicht. So hatte selbst das Verkehrsministerium kürzlich ein „erhebliche Unterdeckung“ beim Personal eingeräumt.

Probleme gab es am Dienstag vor allem auf den Autobahnen So kam es am Morgen auf der A 2 bei Marienborn (Börde) innerhalb weniger Minuten zu gleich drei Lkw-Unfällen. Dabei stürzte ein mit Palmöl beladener Sattelzug um. Zwei andere Lkw gerieten ins Schleudern und stellten sich auf der Fahrbahn quer. Dadurch kam es in beiden Richtungen zu erheblichen Behinderungen. Weil sich hinter einem festsitzenden Lkw ein Stau gebildet habe, „steckten da auch vier unserer Räumfahrzeuge fest“, sagte Witte. In der Folge habe die Autobahnmeisterei aus dem Braunschweig (Niedersachsern) ihre Kollegen aus Sachsen-Anhalt unterstützen müssen, um die Fahrspuren in Richtung Berlin zu räumen. In der Nähe von Magdeburg krachte auf der A 2 zudem ein Lkw in die Mittelleitplanke.

Auf der A 38 wurde zwischen Sangerhausen (Mansfeld-Südharz) und Querfurt (Saalekreis) die Höchstgeschwindigkeit auf 80 Kilometer pro Stunde begrenzt. Grund dafür sei die nicht angepasste Geschwindigkeit vieler Autofahrer, teilte die Landesstraßenbaubehörde mit. Auf dem Abschnitt hatte es bereits in der Vergangenheit, speziell im Winter, immer wieder schwere Unfälle gegeben. Auch am Dienstag kamen dort mehrere Laster ins Schlingern. Dabei kippte ein Laster in der Nähe von Merseburg (Saalekreis) um. Der Fahrer wurde eingeklemmt, blieb jedoch unverletzt.

Von dem Wintereinbruch betroffen waren auch viele Bahnreisende im Raum Halle. So rückte der Winterdienst, der Gleise und Weichen von Eis und Schnee befreit, erst an, als der Berufsverkehr schon anrollte. Ein Bahnsprecher erklärte dies damit, dass für Halle zunächst nur Schneehöhen von weniger als einem Zentimeter vorhergesagt worden seien. Letztlich steuerten mehrere IC-Züge den Hauptbahnhof in Halle gar nicht oder nur mit großer Verspätung an. Probleme gab es zudem in Großkorbetha (Burgenlandkreis). Dort war eine Weichenheizung ausgefallen. Auch dadurch kam es bis zum Nachmittag zu Verspätungen. (mz)