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Wetter in Sachsen-Anhalt: Keine Chance für Schneemänner

Schneemannfans müssen in diesem Winter auf die aufblasbare Variante zurückgreifen. Echte Schneemänner wird es in den kommenden wohl kaum geben.

Schneemannfans müssen in diesem Winter auf die aufblasbare Variante zurückgreifen. Echte Schneemänner wird es in den kommenden wohl kaum geben.

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dpa

Halle (Saale) -

Das Finale des Wetterjahres 2015 kommt in Deutschland weniger furios, als unentschlossen daher. Während von Nordosten her der Winter anklopft, hält im Südwesten mildere Atlantikluft noch mehr oder weniger erfolgreich dagegen. Dieser Kampf der Luftmassen vermag wenigstens etwas Spannung zu vermitteln, ohne dabei mit Wetterextremen aufzuwarten.

Der Winter will allerdings einfach nicht in Fahrt kommen. „Im gesamten Dezember fiel nicht eine Schneeflocke vom Himmel“, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net. „Zum Jahreswechsel nähert sich nun zwar kalte Luft aus Russland, aber die erreicht weitgehend nur den Nordosten und kann im Südwesten gar nicht Fuß fassen.“

Nur kurzer Besuch

Jung führt aus: „Das ist wirklich nur ein kurzer Besuch des Halbwinters. Er trifft vor allem den Osten und Norden, im Westen und Süden bleibt es eigentlich durchweg mild bis Spitzenwerten bis 8 oder 9 Grad. Sonst kann sich ab Samstag Dauerfrost bis minus 7 Grad am Tag einstellen.“ Auch Schnee sei dabei möglich, ebenso Eisregen.

Jung: „Vieles deutet aber wie schon befürchtet daraufhin, dass das nur ein kurzes winterliches Gastspiel bleiben wird. Der Atlantik ist einfach zu 'stark' und bringt uns rasch wieder milde Frühlingsluft ins Land.“

Der Trend scheint sich auch im Januar zu bestätigen. Denn schon im Lauf der ersten Januarwoche soll sich der Dauerfrost wieder aus ganz Deutschland zurückziehen. „Am Ende der ersten Januardekade könnten die Werte sogar schon wieder Richtung 15-Grad-Marke steigen: der Frühling könnte schon bald wieder zurückkehren“, führt Jung aus.

2015: zu warm, zu trocken, zu sonnig

Das gesamte Jahr 2015 war in Deutschland übrigens 1,8 Grad wärmer als normal. Die mittlere Temperatur lag bei rund 9,8 Grad. Es fielen im Schnitt 720 Liter Regen pro Quadratmeter, damit ist das langjährige Mittel zu 90 Prozent erfüllt. Das Jahr war also etwas trockener als normal. Zudem gab es mit 1.760 Sonnenstunden rund zehn Prozent mehr Sonne als üblich. Kurzum: 2015 war zu warm, zu trocken und zu sonnig.

„Im Juli haben wir gleich zwei Mal einen neuen Rekordwert für Deutschland gemessen und zwar 40,3 Grad im bayerischen Kitzingen“, sagt Jung. Das war die höchste je in Deutschland gemessene Temperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Der Sommer war insgesamt zweigeteilt. Im Norden und Osten vielfach deutlich nasser als im langjährigen Mittel, im Westen und Süden dagegen vielfach trockener als normal.

Zudem gab es mit November und Dezember eine extreme Wetterlage, die uns zwei Rekordmonate in Folge verschaffte: noch nie war ein November beziehungsweise ein Dezember so warm wie in diesem Jahr – seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1761 versteht sich. (mz/st)