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Weihnachtspost: Briefmarke oder lieber Online?

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Ein Mann hält eine Weihnachtskarte vor einen Computerbildschirm, auf dem eine Internetseite für elektronische Weihnachtskarten zu sehen ist. (FOTO: DPA) 
Wie zeitgemäß darf Weihnachtspost sein? Werden Karten mehr gewürdigt als E-Mails? Firmen und Institutionen in Sachsen-Anhalt regeln das unterschiedlich. Alles Geschmackssache - solange es von Herzen kommt.
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Magdeburg/dpa. 

Karten für alle, animierte E-Mail-Anhänge an ausgewählte Empfänger oder einen schnöden Zweizeiler als großes Rundschreiben? Sachsen-Anhalts Firmen, Kommunen und Institutionen gestalten ihre Weihnachtspost ganz unterschiedlich, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab. Auch über die Frage, ob der Absender ausschweifend ein frohes Fest wünschen oder sich besser kurzfassen sollte, gehen die Meinungen auseinander.

„Wir versenden etwa 400 Karten“, sagte Wernigerodes Stadtsprecher Andreas Meling. Seit fünf Jahren lege die Stadt die Gestaltung des Papiergrußes in lokale Künstlerhände. In diesem Jahr ist es eine goldig-pinke Karte - Kosten pro Stück: etwa drei Euro. „Innerstädtische Firmen und Partner bekommen allerdings keine“, so Meling. Sie erreiche der Weihnachtsgruß aus dem Wernigeröder Rathaus über das Amtsblatt.

Thomas Bracht, Geschäftsführer der Quedlinburg-Tourismus-Marketing GmbH, hat vor einigen Jahren Karten gegen E-Mails getauscht. „Ich verfasse einen ausführlichen Brief mit Jahresrückblick und Vorschau auf das neue Jahr“, sagte Bracht. Zeit kostet ihn das nach eigenen Angaben nicht viel. „Vielleicht zwei Stunden“, sagte er. Über standardisierte Weihnachtspostkarten freuen sich Kunden und Geschäftspartner des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg. „E-Mails gibt es aber auch“, sagte Sprecher René Maresch. „Das wird dezentral geregelt. Es kommt ja gerade bei der Weihnachtspost auch auf ganz persönliche Kontakte an.“

Im Grafischen Centrum Cuno in Calbe verpflichte die Weihnachtspost zu Wertigkeit, denn mit Drucksachen kennt sich das Unternehmen aus. „Vor Weihnachten verlassen etwa 2000 selbst gestaltete und gedruckte Terminbücher mit Anschreiben unser Haus“, sagte Vertriebsleiterin Christiane Trepte. „Unser quadratisch-praktischer Kalender ist schon ein echtes Sammlerstück.“ Außerdem dürfen sich einige Kunden über Präsente des Firmenchefs Manfred Cuno freuen, die in Zusammenhang mit der Buchproduktion stehen. Ganz wichtig sei ihm die persönliche Widmung, Mailings von der Stange lehne er ab.

Die Motorsport Arena Oschersleben setzt beim Weihnachtsgruß auf die Kombination von Individualität und Massendienst. „Alle wichtigen Kunden und Partner bekommen eine handsignierte Karte“, sagte Jens Galkow, Leiter PR und Marketing. „Das sind etwa 600 Stück.“ Außerdem versende die Renn- und Teststrecke mit Hotelbetrieb noch zusätzlich mehrere Hundert E-Mails. Geschenke gebe es nicht mehr.

Weihnachtspost kann auch so gehen: Die Staatskanzlei druckte auf den Titel einer langformatigen Karte ein Bild des Wandaltars aus der Stadtkirche in Osterwieck. Damit wolle Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) die Empfänger auf den 20. Geburtstag der „Straße der Romanik“ in 2013 aufmerksam machen. Die Karte hat er selbst unterschrieben. Das Landesverkehrsministerium setze auf unaufgeregte Kugeln mit Stern und Standardspruch und bei der VMG Mediengruppe, zu der auch der Magdeburger Privatsender radio SAW gehört, freuen sich Kunden und Geschäftspartner auf viel Rot und Weihnachtsmützen.