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Mitteldeutsche Zeitung | Warnstreiks in Sachsen-Anhalt: Der Öffentliche Nahverkehr in den Städten steht
25. February 2013
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Warnstreiks in Sachsen-Anhalt: Der Öffentliche Nahverkehr in den Städten steht

Warnstreik bei der Halleschen Verkehrs AG (HAVAG)

Warnstreik bei der Halleschen Verkehrs AG (HAVAG)

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Silvio Kison

Halle/Mz/dpa. -

In Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau fuhren seit 3.00 Uhr am Morgen keine Busse und Straßenbahnen mehr. Die Fahrzeuge blieben im Depot, wie ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi mitteilte. Die gesamte Frühschicht der Fahrer hatte in Halle die Arbeit niedergelegt. „Alle Räder stehen still“, sagte der Sprecher. Taxifahrer waren dafür seit dem frühen Morgen im Dauereinsatz.
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Der Warnstreik traf angesichts seiner Dauer auch auf Unverständnis. Als absolut überzogen und nicht zu kompensieren bezeichnete die Arbeitgeberseite die Forderungen der Gewerkschaft. Diese würden eine Steigerung der Personalkosten um etwa 27 Prozent verursachen, erklärte die Geschäftsführerin der Magdeburger Verkehrsbetrieb GmbH & Co. KG, Birgit Münster-Rendel. Die Arbeitgeber trügen die Verantwortung für die wirtschaftlichen Ergebnisse der Unternehmen und einen bezahlbaren öffentlichen Personennahverkehr. „Wir sind weiterhin gesprächsbereit und hoffen auf eine für die Unternehmen und die Gewerkschaft verträgliche Einigung.“

Vor den Toren des Straßenbahn- und Bus-Depots in der Freiimfelder Straße in Halle stehen rund 100 streikende Mitarbeiter der Havag und blockieren die Ausfahrt. Kein Bus und auch keine Straßenbahn werden für die Dauer des für 24 Stunden angesetzten Warnstreiks fahren, teilte der Bezirksgeschäftsführer von Verdi Lothar Philipp mit.

Betroffen von dem Warnstreik waren auch mehrere Städte im Burgenlandkreis. Hier kann laut PVG-Geschäftsführung auf nahezu allen Linien im Burgenlandkreis kein Linienverkehr stattfinden. Lediglich auf der Linie 700 „Roßleben – Nebra – Querfurt – Eisleben“ wird nach Angaben der PVG das fahrplanmäßige Angebot aufrecht erhalten, da diese Linie mit Partnerunternehmen betrieben wird. Auch die übrigen, von der PNVG in Merseburg bedienten Linien, die den Burgenlandkreis berühren, wie die Linie 723 „Merseburg – Freyburg“ verkehren ohne Einschränkungen.

Auch Schulbusse sollten ausfallen. Landesweit brachten Eltern und Großeltern die Kinder auf anderen Wegen in die Schule, meist mit dem Auto oder auch zu Fuß. Der Unterricht falle wegen eines Warnstreiks nicht aus, betonte eine Sprecherin des Kultusministeriums.
Mit dem Warnstreik wollte Verdi den Druck auf die kommunalen Arbeitgeber erhöhen. Die Gewerkschaft fordert für die 1800 Beschäftigten im Nahverkehr des Landes unter anderem ein Lohnplus, eine geringere Wochenarbeitszeit und Veränderungen in den Schichtplänen der Straßenbahn- und Busfahrer. Die nächste Verhandlungsrunde ist Verdi zufolge am 5. März geplant..