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Mitteldeutsche Zeitung | Vater rettet seine Familie: 29-Jährige will eigene Kinder töten und sterben
08. September 2014
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Vater rettet seine Familie: 29-Jährige will eigene Kinder töten und sterben

Notaufnahme des Wittenberger Krankenhauses

Die Notaufnahme des Wittenberger Krankenhauses - hierhin ist die sudanesische Familie am Sonntagabend gebracht worden.

Foto:

klitzsch

Annaburg -

In Annaburg (Landkreis Wittenberg) hat eine 29 Jahre alte Asylbewerberin aus dem Sudan versucht, sich und ihren zwei Kindern am Sonntagabend das Leben zu nehmen. Die Frau liegt nach Informationen der Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau inzwischen auf der Intensivstation im Wittenberger Krankenhaus Paul Gerhardt Stift.

Ihr Zustand sei kritisch, hieß es am Montag. Den Kindern, fünf und sieben Jahre alt, gehe es dagegen vergleichsweise gut. Bei ihnen habe zu keinem Zeitpunkt Lebensgefahr bestanden, das ergab die Untersuchung der eigens eingeschalteten Rechtsmedizin.

Dem Abschiedsbrief der Frau ist laut Staatsanwaltschaft zu entnehmen, dass das Asylverfahren in Italien geführt werden sollte und die Frau glaubte, ihren beiden Kindern einen erneuten Wechsel von einem Staat in den anderen nicht zumuten zu können. Gerettet hat der Vater die Familie, durch sein beherztes und schnelles Reagieren konnte sehr schnell medizinische Hilfe geleistet werden.

„Wir können nichts machen“

Der Vater und die Kinder befinden sich ebenfalls im Krankenhaus. Das bestätigt der Stellvertreter des Landrates von Wittenberg, Jörg Hartmann (CDU). Nach seinen Worten sollte die Familie abgeschoben werden - und das nicht zum ersten Mal: „Sie sind wieder bei uns aufgetaucht.“ Die Situation bei Abschiebungen ist „emotional und schwierig“, betonte Hartmann, allerdings setze die Ausländerbehörde des Kreises nur um, was die Bundesbehörden, die die Fälle prüfen, entscheiden.

„Die Regeln sind so, wir können nichts machen“ - diesen Satz höre er immer wieder, sagt Michael Marquardt, Geschäftsführer der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt, die sich auch dafür einsetzt, Flüchtlingen das Leben zu erleichtern. „Wenn das so ist, dann sind die Regeln falsch“, bekräftigt Marquardt und kritisiert die sogenannte Drittstaatenregelung, nach der Menschen, die über einen für sie sicheren Drittstaat einreisen, nicht das Recht auf Asyl wegen politischer Verfolgung geltend machen dürfen. „Wir sind damit fein raus, lassen Länder wie Spanien, Italien oder Griechenland aber allein.“ (mz/mac)


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