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TV-Dauerbrenner „Kunst und Krempel“: Carl Ludwig Fuchs prüft Stars aus der Schatulle

Der Antiquitäten-Experte Carl Ludwig Fuchs ist ein direkter Nachkomme des „Alten Dessauers“ (Gemälde). Die Ähnlichkeit ist unverkennbar.

Der Antiquitäten-Experte Carl Ludwig Fuchs ist ein direkter Nachkomme des „Alten Dessauers“ (Gemälde). Die Ähnlichkeit ist unverkennbar.

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Andreas Stedtler

Halle (Saale) -

Die Sendung ist ein Phänomen in der deutschen Fernsehlandschaft – und mittlerweile Kult. Seit nunmehr drei Jahrzehnten läuft „Kunst und Krempel“ im Bayerischen Fernsehen. Das Format wurde zu einem der erfolgreichsten des Senders überhaupt. Sonntags zwischen 19.45 und 20.15 Uhr lockt die populäre öffentlich-rechtliche Antiquitätenberatung immerhin mehr als eine Million Zuschauer vor die Bildschirme, und das in Idealkonkurrenz mit Top-Spielen der Bundesliga und Tagesschau. Inmitten der Quotenhatz um die grellsten Effekte, die bizarrsten Shows kommt „Kunst und Krempel“ ohne Musik, ohne hektische Kameraschnitte aus und läuft wie ein Stück heiles Fernsehen von gestern nach einem vergleichsweise simplen Konzept: Kunstexperten treffen in einer passenden Umgebung – Museum, Kloster, Schloss – mit Menschen zusammen, die ein Kunstwerk besitzen und es bewertet haben möchten. Als „Stars“ stehen die Dinge aus den Schatullen und auf dem Samttablett im Mittelpunkt. Wobei einige der Damen und Herren aus dem Expertenpool inzwischen selbst zu Publikumslieblingen geworden sind.

Eine Prise Exzentrik

An der Spitze der Zuschauergunst liegt bei Umfragen regelmäßig Carl Luwig Fuchs. Der promovierte Kunsthistoriker ist schon seit 1993 dabei. Mit Charme, Humor, enormem Hintergrundwissen und scharfem Sachverstand, der mit den vorgelegten Pretiosen um die Wette zu funkeln scheint, nicht zuletzt einer Prise Exzentrik trägt der bekennende Brillantbroschenträger nicht wenig dazu bei, die Sendung zum amüsanten Kunstseminar zu machen. Wie nebenbei wird dem Zuschauer dabei auch noch ein Stück Wissen in Geschichte und Gesellschaftskunde vermittelt. „Das macht wohl wesentlich den Erfolg der Sendung aus“, befindet Carl Ludwig Fuchs, „wie auch ein gewisser Wiedererkennungseffekt. Viele Menschen haben ja selbst alte Dinge daheim. Ob geerbt, gesammelt oder vom Flohmarkt. Irgend etwas besitzt fast jeder. Ein Bild, eine alte Kommode oder den Ring von der Großmutter. Und wenn dann so etwas Ähnliches in der Sendung auftaucht, kann man vergleichen, fühlt sich angesprochen. Das wirkt wie eine persönliche Verbindung zwischen Wohnzimmer und Fernsehstudio.“

Das Interessanteste dabei seien die Geschichten hinter den Stücken. „Oftmals sind sie mit bewegenden Schicksalen verbunden. So erfährt man etwas über die Menschen, die diese Sachen erschaffen und in Gebrauch hatten, die Zeit, in der sie lebten.“ Im Laufe unzähliger Sendungen hat der Experte so manche Story gehört. „Das sind manchmal richtige Krimis“ über die der agile, jugendliche Siebziger so leb- wie bildhaft erzählen kann.

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