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Tarifstreit: Und sie bewegen sich doch

Uhr | Aktualisiert 26.02.2013 23:29 Uhr
400 Schulbedienstete demonstrierten in Bitterfeld-Wolfen.   (BILD: KEHRER)
Im Tarifstreit des Nahverkehrs kündigen die Arbeitgeber ein Angebot an. Währenddessen streiken allerdings die Lehrer.
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Halle/MZ/asc

Ist nun ein Ende des Tarifstreits im öffentlichen Nahverkehr in Sicht? Immerhin, die Arbeitgeber haben sich von dem 24 Stunden andauernden Warnstreik am Montag offenbar so beeindrucken lassen, dass sie nun doch wieder verhandeln wollen: „Wir werden ein Angebot vorlegen“, kündigte Detlev Lehmann, Geschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Sachsen-Anhalt (KAV), gestern nach einer Runde mit den Chefs der kommunalen Verkehrsunternehmen an.

Zahlen und Details nannte Lehmann nicht. Nur soviel: Die Arbeitgeber strebten „ein ausgewogenes Verhältnis an zwischen dem, was die Betriebe leisten können, und dem, was die Gewerkschaft fordert“. Das sind 350 Euro Sockelbetrag als Aufschlag auf den Lohn und eine 38-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Klar ist aus Sicht der Arbeitgeber, dass die Gewerkschaft daran wird Abstriche machen müssen: Die Verdi-Forderung, das lässt der KAV seit Tagen verlauten, würde für die Unternehmen 25 bis 30 Prozent Mehrkosten ausmachen. Das sei nicht zu stemmen, so Lehmann.

Nach Bus- und Straßenbahnfahrern am Montag machten gestern die Lehrer ihrem Unmut Luft. Sie streikten in mehreren Städten. Ein Überblick:

Bitterfeld: Rund 400 Schulbedienstete versammelten sich zu einer Kundgebung auf dem Marktplatz. Sie forderten mehr Lohn und attraktivere Arbeitsbedingungen. Thomas Lippmann, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), erklärte, man stemme sich „bis zum letzten Blutstropfen und bis zur letzten Patrone gegen eine Arbeitszeitverlängerung“. Darüber soll das Kabinett am 19. März beraten.

Wittenberg: Rund 100 Lehrer aus dem Kreis Wittenberg beteiligten sich an der Kundgebung in Bitterfeld. Die betroffenen Schulen stellten Notfallpläne zur Betreuung der Kinder auf. So wurden etwa in der Grundschule Bad Schmiedeberg kurzerhand größere Klassen gebildet. Nicht wenige Eltern ließen ihre Kinder zu Hause.

Dessau-Roßlau: Etwa 200 Lehrer sowie pädagogische Mitarbeiter von Grund- und Sekundarschulen, Gymnasien und Berufsbildenden Schulen nahmen an einer Kundgebung vor dem Hauptbahnhof teil. In vielen Schulen lief der Unterricht trotzdem normal ab.

Köthen: Dort traten rund 100 Pädagogen in den Ausstand, auch sie fuhren zur Kundgebung nach Bitterfeld.

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