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Suche nach NSU-Trio: Ermittler kritisiert den Verfassungsschutz

NSU-Aufarbeitung

Aktenordner mit der Aufschrift «Untersuchungsausschuss - Aufarbeitung NSU» im Landtag in Dresden.

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dpa/archiv

Dresden/dpa -

Bei der Fahndung nach dem rechtsextremen NSU-Trio haben die Verfassungsschützer aus Sachsen und Thüringen nach Darstellung eines beteiligten Ermittlers nicht gut kooperiert. „Wir haben fast keine Informationen bekommen“, sagte der Zielfahnder des Thüringer Landeskriminalamtes am Montag in Dresden vor dem NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags. Mit der Polizei sei die Zusammenarbeit hingegen gut gewesen, sagte er. Die Kollegen in Chemnitz hätten sich sehr bemüht, Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos zu finden.

Er räumte ein, dass die drei damals als nicht als gefährlich eingestuft wurden. Von ihnen seien keine schweren Straftaten bekannt gewesen. „Es ist etwas gefunden worden. Das kommt öfter vor.“ Die Polizei hatte nach dem Trio gefahndet, nachdem 1998 in einer Garage in Jena Sprengstoff entdeckt worden war. Von den Erkenntnissen sächsischer Ermittler, dass sich das Trio Waffen besorgen wollte, um damit Überfälle zu begehen, habe er nicht gewusst. „Das wäre ein erheblicher Fahndungsansatz gewesen.“

Prominente Zeugen vor Befragung

Das NSU-Trio soll von 2000 bis 2007 bundesweit zehn Morde begangen haben. Mundlos und Böhnhardt sind tot, Zschäpe steht derzeit in München vor Gericht. Das Trio war Anfang 1998 untergetaucht und lebte jahrelang unentdeckt in Zwickau. Erst im November 2011 flog es auf.

Auf der Vernehmungsliste des Untersuchungsausschusses stehen noch 83 Zeugen. Um schneller voranzukommen, gibt es im Oktober einen Sitzungsmarathon mit vier aufeinanderfolgenden Sitzungstagen. Zu den prominenten Zeugen, die noch befragt werden sollen, gehören unter anderen die früheren sächsischen Innenminister Klaus Hardraht und Horst Rasch (beide CDU), mehrere Ex-Innenstaatssekretäre sowie Generalstaatsanwalt Klaus Fleischmann, der früher unter anderem Chef der Staatsanwaltschaft Chemnitz war.