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Seltene Erden: Wertvolle Erzlagerstätte in Nordsachsen macht Hoffnung

Uhr | Aktualisiert 01.02.2013 07:11 Uhr

Abbau von Seltenen Erden in einer Mine in Ganxian in China: Seltene Erden stecken in Handys, Windrädern oder Batterien. (FOTO: DPA)

Die Seltenerden Storkwitz AG schöpft Hoffnung, die einzige bekannte Lagerstätte der begehrten Metalle Seltene Erden in Mitteleuropa ausbeuten zu können.
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Halle (Saale)/Storkwitz/MZ/sth. 

Erfolgreiche Schatzsuche an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt: Die Seltenerden Storkwitz AG schöpft Hoffnung, die einzige bekannte Lagerstätte der begehrten Metalle Seltene Erden in Mitteleuropa ausbeuten zu können. Derzeit laufe eine Wirtschaftlichkeitsprüfung, sagte Vorstand Bernhard Giessel der MZ. Bereits in zwei Jahren könnte eine Pilotproduktion errichtet werden.

Dass in Storkwitz in Nordsachen Seltene Erden lagern, wurde schon in der DDR festgestellt. Das Gutachten eines australischen Experten, welches das Rohstoff-Unternehmen in Auftrag gegeben hat, bestätigte nun die bisherigen Lagerstättenschätzungen aus den 1980er Jahren. So ergaben die Bohrungen in bis zu 600 Metern Tiefe, dass eine Ressource von 4,4 Millionen Tonnen Erz mit einem Seltenerd-Oxidgehalt von 0,45 Prozent vorhanden ist. Verglichen mit anderen Lagerstätten in China oder Australien ist dieser Wert allerdings eher gering.

Doch Seltene Erden sind rar und die Preise hoch: Hinter den Metallen verbergen sich 17 Elemente wie Lanthan, Neodyn und Nion. Vor allem die europäische High-Tech-Industrie ist für die Produktion von Handys oder Windrädern auf sie angewiesen. Derzeit werden knapp 95 Prozent der Seltenen Erden in China gefördert.

Der Sprecher des Landesamtes für Geologie- und Bergwesen Sachsen-Anhalt, Bodo-Carlo Ehling, sieht durchaus "Potenzial für eine Gewinnung". Ehling war bereits in der DDR an den Erkundungen beteiligt. Nach Einschätzung des Geologen seien allerdings die Ergebnisse von noch tieferen Bohrungen entscheidend, ob das Vorkommen einen wirtschaftlichen Abbau erlaube. "Die aktuellen Ergebnisse lassen keine Entscheidung zu."

Genau diese weiteren Bohrungen will die Seltenerden Storkwitz AG, die zur Deutschen Rohstoff AG aus Heidelberg gehört, nun in Angriff nehmen. "Wir wollen in eine Tiefe von bis 1 200 Metern gehen", sagte Giessel. Geld dafür hat das Unternehmen zuletzt bei großen Investoren eingesammelt. Zur weiteren Finanzierung ist ein Börsengang angestrebt.

Giessel liefert potenziellen Anlegern einen verheißungsvollen Ausblick: Je nach Ausgang der Bohrungen könnte in zwei Jahren eine Pilotproduktion starten. Ab 2017 wären nach Worten von Giessel dann ein Abbau und die Produktion möglich. Dazu müssten umfangreiche Anlagen zur Aufbereitung des Erzes gebaut werden. Dies solle in Kooperation mit deutschen Firmen geschehen.

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