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Schönstes Rind kommt aus der Altmark: Kuh „Betty“ ist die neue „Miss Karow“

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"Betty" ist die «Miss Karow 2016» und hat sich gegen rund 100 Milchrinder durchgesetzt. Bei der Bewertung zählt Körperbau, Beine und Euter.

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Die neue „Miss Karow“ ist 1,54 Meter groß, 680 Kilogramm schwer und kommt aus Sachsen-Anhalt: „Die Siegerkuh heißt „Betty““, sagte Fanny Stania, Sprecherin des Rinderzuchtverbandes RinderAllianz am Mittwoch in Karow (Kreis Ludwigslust-Parchim). Die vier Jahre alte Betty aus Eversdorf bei Salzwedel setzte sich nach aufwendigem Styling bei der Verbandsschau „Rind Aktuell“ gegen etwa 100 Konkurrentinnen auf dem „Rinderlaufsteg“ durch. Preisrichter bewerten dabei jährlich die zwischen zwei und zwölf Jahre alten Kühe in mehreren Altersgruppen, aus deren Siegern dann der „Champion“ gekürt wird.

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Die Siegerkuh "Betty" aus der Altmark

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Körperbau, Beine und Euter, aber auch Harmonie und Bewegungsabläufe kommen genauestens unter die Lupe. „Der Gesamteindruck zählt eben“, sagte Stania. Dem Zuchtverband gehören Tierhalter aus Mecklenburg-Vorpommern, Teilen Brandenburgs und Sachsen-Anhalt an.

„Betty“ ist bereits zweifache „Mutter“ und brachte die Preisrichter sogar ins Schwärmen: „Das ist eine perfekt ausgewogene Kuh, die Harmonie ausstrahlt und die Herzen höher schlagen lässt“, gab Stania die Bewertung der Jury wieder. Die Kür der Kühe war der Höhepunkt der Verbandsschau im Vermarktungszentrum. Schon am frühen Morgen begann das „Waschen, Fönen und Legen“, wobei allerdings ein Kärcher zum Waschen herhalten musste.

Siegerkuh „Betty“, die mit großer Ruhe die Gewinnerschärpe in den Landesfarben Mecklenburg-Vorpommerns hinnahm, hat darin schon Erfahrung: Sie hatte bei der „Nikolausschau“ Ende 2015 in Bismark in Sachsen-Anhalt einen Siegertitel in ihrer Altersklasse geholt.

Trotzdem schlug sich die schwierige Situation der Milchbauern auch in Karow nieder, wo es auch eine Jungrinderauktion zum Thema „beste Zuchtgenetik“ gab. „Wir sind mit dem diesjährigen Durchschnittspreis von etwas über 7000 Euro zufrieden, auch wenn es mehrere Hundert Euro unter dem Durchschnitt des Vorjahres lag“, sagte Sabine Krüger als Geschäftsführerin des Verbandes. 28 von 33 Kälbern wurden verkauft. Zur Auktion seien es etwas weniger Gäste und Bieter gewesen. Viele Rinderzüchter würden gern in gute Zucht investieren, allerdings mache ihnen der niedrige Milchpreis sehr zu schaffen.

Trotzdem gab es auch Lichtblicke. Dafür sorgte beispielsweise das Kuhkalb „Sunrise“. Das weibliche Kalb aus einem Betrieb in Niedersachsen ging am Dienstagabend bei der „Sunrise Sale-Auktion“ für den bisher höchsten Auktionspreis in Karow - 36 000 Euro - an einen Bieter aus Schleswig-Holstein. Im Vorjahr hatte der höchste Kälber-Auktionspreis bei 27 000 Euro gelegen. Laut Verband werden gewöhnliche Kälber sonst mit Preisen von 250 und 300 Euro gehandelt. (dpa)