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Sachsen-Anhalt: Schweinerei beim Züchter

Schweine in einem Stall

Schweine in einem Stall

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Archiv/dpa

Magdeburg -

Sachsen-Anhalts Schweinezuchtbetriebe bleiben im Fadenkreuz der Kontrolleure: Laut dem gestern vorgestellten Tierschutzbericht der Landesregierung verstoßen die Schweinehalter am häufigsten gegen die Tierschutzbestimmungen im Land. Im Jahr 2014 registrierten die Kontrolleure der Behörden 181 Verstöße in den Betrieben, im Vorjahr waren es 143 - fast jede fünfte Anlage fiel demnach mit mangelndem Tierschutz auf, so die Bilanz des Landwirtschafts- und Umweltministeriums.

Kontrollarbeit fortgeführt

In den vergangenen Jahren sei ein „sehr hoher Kontrolldruck“ aufgebaut wurden, sagte Minister Hermann Onko Aeikens (CDU) - unter anderem mit außerplanmäßigen Schwerpunktkontrollen. „Es zeigt sich, dass die Ordnungswidrigkeitsverfahren und Strafanzeigen bei schwerwiegenden Verstößen zur Besserung führen“, so Aeikens. Auch im Jahr 2015 sei die intensive Kontrollarbeit fortgeführt worden, heißt es aus dem Ministerium, konkrete Zahlen liegen noch nicht vor.

Tatsächlich macht die Schweinezucht den größten Teil der Nutztierhaltung in Sachsen-Anhalt aus: Im Jahr 2014 gab es 4 018 solcher Betriebe, das waren weit mehr als Anlagen mit Kälbern (1 923) und Legehennen (70). So kritisch wie in der Schweinezucht ist es laut Tierschutzbericht nirgends: In den Kälberanlagen wurden im Jahr 2014 19 Verstöße registriert, bei den Legehennen keine.

In der Schweinezucht hingegen waren laut Bericht vor allem die Faktoren Bewegungsfreiheit, Beleuchtung und Futterqualität Gründe für rechtliche Schritte gegen die Betreiber. Auch der Gebäudezustand und die Futterqualität seien oftmals nicht mit dem Tierschutz vereinbar. Aeikens nannte die Zahlen „Mahnung, die Situation ständig zu verbessern.“ Für das gesamte Jahr 2014 listet das Ministerium insgesamt rund 1 900 Stallkontrollen im Land auf, ein leichter Anstieg im Vergleich zu 2013.

Überfüllte Fahrzeugladeflächen oder verletzte Tiere

Einen weiteren Kontrollschwerpunkt legten die Behörden auf Tiertransporte. Im Jahr 2014 hatten Kontrolleure bei 5 227 Überprüfungen 125 Verstöße festgestellt, etwa überfüllte Fahrzeugladeflächen oder verletzte Tiere.

Künftig soll dem Tierwohl eine höhere Priorität im Agrar- und Umweltministerium eingeräumt werden. In dem Haus wurde eine neue Stelle geschaffen: Seit gestern arbeitet der gelernte Tierarzt Marco König als Ansprechpartner und Berater der Politik in dem Ressort. Der 52-Jährige soll künftig Gutachten und Stellungnahmen für die Landesregierung erstellen und in Rechtsfragen als Berater fungieren. Auch der Öffentlichkeit soll er ab sofort als Ansprechpartner dienen. (mz)