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Sachsen-Anhalt: Kommunen sparen durch die Kita-Streiks viel Geld ein

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Kita-Streik

Kita-Streik (FOTO: DPA)

Die von Streiks in kommunalen Kindertagesstätten betroffenen Städte in Sachsen-Anhalt haben Geld gespart.
Magdeburg/dpa. 

Da die Gehälter der Erzieherinnen und Erzieher an den Streiktagen von den Gewerkschaften übernommen werden, machten die Betreiber der Einrichtungen bis zu fünfstellige Beträge pro Streiktag gut. Dies ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa). So behält Dessau-Roßlau nach Angaben eines Sprechers für einen Streiktag Anfang Juni 14 006 Euro in der Stadtkasse. In Köthen (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) sind es nach eigenen Angaben 2715 Euro. Die vom Kita-Streik betroffenen Eltern bekämen keine Gebühren erstattet.

«Sie hatten die Möglichkeit, ihre Kinder in anderen Kitas unterzubringen. Wir haben dort auch mehr Personal als üblich eingesetzt», erklärte dazu beispielsweise der Bürgermeister der Stadt Burg, Bernhard Sterz (SPD). Ende Mai hatten in der Kommune 37 Erzieherinnen und Erzieher für einen Tag die Arbeit niedergelegt. Die Stadt behielt laut Sterz am Monatsende insgesamt 3009,66 Euro an Gehalt ein.

Die Kommunen zahlen Gehälter an Streiktagen nicht aus, da dafür keine Leistung erbracht wird, hieß es. Gewerkschaften haben daher sogenannte Streikkassen. Das daraus ausgezahlte Geld muss den Angaben zufolge aber nicht der Höhe des Lohnes entsprechen. In dem Tarifkonflikt fordern die Gewerkschaften ver.di und Erziehung und Wissenschaft (GEW) von den kommunalen Arbeitgebern einen tariflich geregelten Gesundheitsschutz und eine bessere Bezahlung für die bundesweit rund 220 000 Beschäftigten in kommunalen Kindertagesstätten.

Mit den seit Mitte Mai andauernden Streiks wollen die Arbeitnehmervertreter ihren Druck auf die Arbeitgeber verstärken. Die Verhandlungen zwischen beiden Tarifparteien waren kürzlich in Berlin nach einem fünftägigen Gesprächsmarathon ergebnislos unterbrochen worden. Ein neuer Termin wurde nicht vereinbart. In Sachsen-Anhalt haben unterdessen wegen der Sommerferien viele Kitas geschlossen.

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