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Sachsen-Anhalt: Der Landtag wird für 9,3 Millionen Euro modernisiert

Uhr | Aktualisiert 22.12.2012 11:13 Uhr

Der Landtag von Sachsen-Anhalt wird im kommenden Jahr umgebaut. (ARCHIVFOTO: DPA)

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Alle Abgeordneten müssen umziehen, weil das Parlament für 9,3 Millionen Euro modernisiert wird.
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Magdeburg/MZ. 

Ab Mitte Januar geben für fast anderthalb Jahre nicht Politiker, sondern Handwerker den Ton im Parlament an. Der Landtag wird für 9,3 Millionen Euro umfangreich saniert. Vor allem die Computer- und Telefon-Technik muss modernisiert werden. Die Abgeordneten werden so lange in ein Ersatzquartier umziehen, ein halbes Jahr lang werden auch die Landtagssitzungen woanders stattfinden müssen - ein Ersatzort für die Debatten wird noch gesucht.

Nach Abschluss der Arbeiten wird das Parlament eines der modernsten in Deutschland sein: Politiker und Verwaltungsmitarbeiter sollen dann papierlos, mit "elektronischen Akten" arbeiten können.

Alleine die Zahlen verdeutlichen den enormen Aufwand. Alleine 80 Kilometer Stromkabel werden insgesamt neu verlegt - zusammengenommen ergäbe das fast eine Leitung von Magdeburg nach Halle. Außerdem werden auch erneuert: 550 Telefone, 38 Kilometer Datenkabel, 2 500 Steckdosen, 10 450 Quadratmeter Bodenbeläge und 39 000 Quadratmeter Wandanstrich.

"Der Landtag nutzt derzeit noch eine völlig veraltete, bis zu 20 Jahre alte Technik, die den heutigen Herausforderungen in keiner Weise mehr gewachsen ist", sagte Landtagspräsident Detlef Gürth (CDU) der MZ. Um mit den aktuellen Anforderungen mitzuhalten, müsse in ein modernes Daten- und Kommunikationsnetz investiert werden.

Laut Georg Prick, für die Umbauten zuständiger Abteilungsleiter, stammt die Telefonanlage aus den 1990er Jahren. "Dafür gibt es keine Ersatzteile mehr und bei einer Havarie will keine Firma mehr die Garantie übernehmen."

Nach den Arbeiten, für die unter anderem 200 Geschossdecken durchbohrt werden müssen, wird der Landtag aber auch neueste Datentechnik haben. Dann sollen Verwaltungsvorgänge nur noch am Computer und nicht mehr mit Papierakten bearbeitet werden. Und auch die Abgeordneten sollen im Plenarsaal die Gesetzesvorlagen am Rechner bearbeiten können. Außerdem wird die Akustik im Plenarsaal verbessert.

Die 105 Abgeordneten und ihre gut 80 Mitarbeiter werden Mitte Januar in ein Ausweichquartier in Magdeburg umziehen, in das frühere Umweltministerium. Von Januar 2014 bis Juni 2014 wird auch der Plenarsaal nicht genutzt werden können. Als Ersatzort wurde der Magdeburger Ratssaal erwogen. Der ist aber zu klein für alle Abgeordneten. "Und wir können da keine Regierungsbank aufstellen", so Prick. Nach Ersatz werde noch gesucht.

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