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Rohstoffe: Schatzsucher vor der Haustür

Uhr | Aktualisiert 20.04.2012 20:44 Uhr
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Ein deutsches Unternehmen geht an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt bei Delitzsch auf Suche nach edlen Metallen. Die Deutsche Rohstoff AG erkundet im nordsächsischen Storkwitz die einzige Lagerstätte von Seltenen Erden in Mitteleuropa.
Delitzsch/MZ. 

Ein deutsches Unternehmen geht an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt bei Delitzsch auf Suche nach edlen Metallen. Die Deutsche Rohstoff AG erkundet im nordsächsischen Storkwitz die einzige Lagerstätte von Seltenen Erden in Mitteleuropa. "Wir haben nun mit den Probebohrungen begonnen", sagte Bernhard Giessel, Vorstand des Tochterunternehmens Seltenerden Storkwitz.

Sie sollen zeigen, ob sich der Abbau dieses wertvollen Metallrohstoffes wirklich lohnt. Zu den Seltenen Erden werden 17 Metalle gezählt. Vor allem die deutsche Hightech-Industrie ist auf sie angewiesen. Derzeit werden knapp 95 Prozent der Seltenen Erden in China gefördert. Durch jüngst eingeführte Exportbeschränkungen könnten die begehrten Metalle künftig knapp werden.

Der Bodenschatz unter Storkwitz war schon zu DDR-Zeiten bei Uranbohrungen der deutsch-russischen SDAG Wismut zufällig entdeckt worden. Man ging damals von 38 000 Tonnen Seltene Erden und 8 000 Tonnen Niob aus. Mit Bohrungen bis zu einer Tiefe von 700 Metern will das Unternehmen nun erforschen, wie groß die Lagerstätte ist. Der Wert könnte in die Milliarden Euro gehen. Mit ersten Ergebnissen wird im Herbst dieses Jahres gerechnet.

Steht nun eine Renaissance des Bergbaus bevor? "Die derzeit nachgewiesenen Vorkommen reichen für einen neuen Bergbau nicht aus", sagt Rohstoffexperte Jens Gutzmer von der TU Bergakademie in Freiberg (Sachsen). Dennoch sei die Erkundung richtig. Die Lagerstätte könne durchaus viel größer und gehaltvoller sein, als bisher bekannt.

Unterdessen ist die Erkundung von Lithium-Vorkommen im Osterzgebirge in die heiße Phase gelangt. Am Freitag kam der Bohrer in Zinnwald bei etwa 80 Meter Tiefe an. Dort beginnen die Schichten mit lithiumhaltigem Gestein, wie der Konzern Solarworld AG mitteilte. Lithium wird für Batterien benötigt und gilt als Rohstoff der Zukunft.

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