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Polizei in Sachsen-Anhalt: Einsatzkräfte sind nicht auf Terroranschläge vorbereitet

Rettungskräfte am Tatort nahe der Blauen Moschee im Altstadtviertel von Istanbul.

Rettungskräfte am Tatort nahe der Blauen Moschee im Altstadtviertel von Istanbul.

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dpa

Magdeburg -

Sachsen-Anhalts Polizei ist nach Ansicht der Gewerkschaft der Polizei (GdP) nicht für Terroranschläge gerüstet. „Wir sind auf Terrorlagen nicht vorbereitet - weder vom Training her noch von der technischen Ausstattung“, sagte GdP-Landeschef Uwe Petermann der MZ.

Kein spezielles Trainingsprogramm

So gebe es etwa für Geiselnahmen oder Amokläufe immer weniger Trainingszeit für die reguläre Polizei. „Ein spezielles Terrortraining findet mit Ausnahme des SEK gar nicht statt“, so Petermann. Gleichzeitig mangele es an der Ausstattung: So verfügten die Landes-Polizisten lediglich über Schutzwesten, die nur vor Weichkerngeschossen aus normalen Pistolen, nicht aber gegen Hartkerngeschosse aus Sturmgewehren oder automatischen Waffen schützten. Dafür seien bessere Westen nötig. „Deren Anschaffung soll zwar auf den Weg gebracht sein, mehr aber auch noch nicht“, kritisierte Petermann.

Mangel an Gewehren

Dem Spezialeinsatzkommando (SEK) wiederum mangele es an genügend Gewehren des Typs G 36, um sich gegen paramilitärische Angreifer zur Wehr zu setzen. „Unsere Pistolen und Maschinenpistolen reichen da nicht aus“, so Petermann. Dem SEK fehle es auch an gepanzerten Fahrzeugen, um bei Terroranschlägen etwa Verletzte aus der Gefahrenzone zu bringen. „Es gibt gerade einmal einen gepanzerten Wagen vom Typ SW 4 bei der Bereitschaftspolizei, der ist aber mindestens 30 Jahre alt, sowie einen altersschwachen gepanzerten S-Klasse Mercedes“, sagte Petermann. Doch in dieses Fahrzeug bekommen man kein komplettes SEK-Kommando hinein.

Der Chef des Landesverfassungsschutzes, Jochen Hollmann, erklärte unterdessen, dass sich die Sicherheitslage nach dem Anschlag in Istanbul in Sachsen-Anhalt nicht verändert habe: „Sie ist angespannt, hat sich aber nicht verschärft.“ Dementsprechend seien bisher auch keine gesonderten Maßnahmen im Land ergriffen worden, betonte er. (mz)