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Peinliche Bilder und Beleidigungen: „Erschreckende Zunahme von Mobbing im Internet“

Junge vor einem Laptop

Das sogenannte Cybermobbing ist im Vergleich zu Hänseleien auf dem Schulhof besonders infam, weil es sich schnell verbreitet.

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dpa/Archiv

Magdeburg/dpa -

Sachsen-Anhalts Schulpsychologen schlagen Alarm. „Wir stellen eine erschreckende Zunahme von Mobbing im Internet fest“, sagte Angelika Weber, eine von 22 Schulpsychologen im Land. Sie werden immer dann hinzugezogen, wenn es Probleme mit Schülern, etwa einen plötzlichen Leistungsabfall, gibt. „Bei den Gesprächen mit den Kids stellt sich dann immer öfter heraus, dass sie von ihren Mitschülern im Internet gemobbt wurden“, sagte Weber.

Das sogenannte Cybermobbing sei im Vergleich zu Hänseleien auf dem Schulhof besonders infam, weil es sich schnell verbreite und die Quelle oft anonym bleibe, sagte Weber. Im Unterschied zum Mobbing in der Schule hätten die Kids auch zu Hause keine Ruhe. Die Folge könnten schwere psychische Störungen sein.

„Wer ein geringes Selbstbewusstsein hat, ist fällig, und wer Ängste zeigt, ist dran.“ Auch Schüler, die Werte und Normen aus dem Elternhaus mitbekommen hätten, seien bevorzugte Opfer, sagte Weber, die seit 1985 als Schulpsychologin tätig ist. „Täter sind oftmals Schüler mit weniger guten Leistungen.“

Dem Problem Cybermobbing sei oft schwer auf dem Grund zu gehen. Ein erstes Anzeichen sei, dass die Kinder und Jugendlichen nicht mehr zur Schule gehen wollten, obwohl sie früher gute Noten hatten und sehr intelligent seien. Das Problem trete häufig erst im intensiven Gespräch zutage.

Lehrer, Eltern und Schüler müssten noch mehr für kompromittierende Bilder und beleidigende Texte im Internet sensibilisiert werden, forderte Weber. „Die Eltern sollten dabei die erste Anlaufstelle sein.“ Sie sollten sich auch mehr Zeit für ihre Kinder nehmen, die sich mit ihren Problemen oft alleingelassen fühlten und immer weniger Hobbys pflegten. „Heute ist das Handy das Hobby.“



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