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Partei von Bernd Lucke: Alfa plant neue Währung für Sachsen-Anhalt

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Blick in eine Geldbörse mit Euro-Münzen.

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Halle (Saale) -

Eine spezielle Währung nur für Sachsen-Anhalt kann sich der Vorsitzende der Allianz für Fortschritt und Aufschwung (Alfa), Bernd Lucke, vorstellen.

Lucke will Kaufkraft retten

Alfa-Chef Bernd Lucke

Alfa-Chef Bernd Lucke

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Dieses Geld solle Bürger in die Lage versetzen, Waren aus der Region günstig zu erwerben. Ähnlich verhalte es sich mit Unternehmen, die Aufträge innerhalb des Landes gleichfalls auf diese Weise elektronisch auslösen, finanzieren und abrechnen sollen. So würde dringend benötigte Kaufkraft nicht irgendwohin abfließen, sondern in Sachsen-Anhalt verbleiben, stellte Lucke das ungewöhnliche Konzept am Dienstag der MZ in Halle vor.

Hintergrund des Vorschlags seien die seiner Auffassung nach anhaltend schlechten Daten für diesen Teil Deutschlands. Ein Regionalgeld, dass speziell die wirtschaftliche Kraft Sachsen-Anhalts abbilde, biete viele Möglichkeiten bis hin zu einer Abwertung und könne sich so letztlich als starker Impuls für die einheimische Wirtschaft erweisen. Auf weitere Einzelheiten ging Lucke nicht ein.

Details zum Regionalgeld nennt Lucke nicht

Sowohl der mögliche Name der Sachsen-Anhalt-Währung als auch Details ihrer Einführung blieben vorerst offen. Jedoch verwies der Alfa-Chef, der seine Wirtschaftsprofessur in Hamburg voraussichtlich bis 2019 ruhen lässt, auf erste funktionierende Experimente - „allerdings im kleineren Maßstab, im süddeutschen Raum“.

Als vehementer Kritiker des Euro und des währungspolitischen Krisenmanagements der Bundesregierung macht sich der ehemalige Mitbegründer der Alternative für Deutschland (AfD) seit langem für eine bundesweite Rückkehr zur D-Mark stark. Aus der AfD war der 53-Jährige im vorigen Jahr unter Hinweis auf deren massiven Rechtsruck ausgetreten. Nach seinen Überlegungen müssten sich starke und schwache Euro-Staaten schleunigst trennen. Die Rück-Umstellung der Währungen könne innerhalb von drei Jahren vollzogen werden. „Technisch ist das kein Problem.“ Das sei zudem der sicherste Weg, um die nach den Worten von Lucke wachsende Gefahr von Turbulenzen durch Niedrigzins und Überschuldung in Europa abwehren zu können. Im Gegensatz dazu sei der „Kurs auf kurze Sicht“, wie ihn die etablierten Parteien steuern würden, nur auf Zeitgewinn aus. Lucke warnte: „Die große Krise ist nur aufgeschoben.“ (mz)