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Polizei ermittelt gegen Schüler vom Gymnasium Landsberg: Schickten Neuntklässler Hitler-Gruß per WhatsApp?

Gymnasium in Landsberg

Gymnasium in Landsberg

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Silvio Kison

Halle (Saale) -

Bilder von Schülern, die den Hitler-Gruß zeigen oder Sieg-Heil-Nachrichten. Solche und ähnliche rechtsextreme Äußerungen sollen über eine interne Gruppe einer neunten Klasse des Gymnasiums Landsberg (Saalekreis) in dem Internetnachrichtendienst Whats App verschickt worden sein. Wegen dieser Vorwürfe, die die Bild-Zeitung am Montag veröffentlicht hatte, ermittelt jetzt die Polizei wegen des Verdachtes der Volksverhetzung und des Verwendens verfassungsfeindlicher Symbole gegen zwei Schüler. Dies bestätigte die Sprecherin der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd, Ulrike Diener, auf MZ-Anfrage. „Wir prüfen zunächst, ob überhaupt strafbare Handlungen vorliegen“, sagte sie. Zunächst werde man versuchen, Kontakt zu den betroffenen Eltern und Schülern aufzunehmen. Nach Informationen der Bild-Zeitung sollen über die Nachrichtengruppe, in der alle 29 Schüler der Klasse Mitglied gewesen sein sollen, auch ausländerfeindliche Parolen verschickt worden sein.

Kontakt zu Schülern soll aufgenommen werden

Der Direktor des Landesschulamtes Torsten Klieme hat sich am Montag in den Fall eingeschaltet. Nach einem Gespräch mit dem Direktor des Gymnasiums soll die Schule versuchen, zu den zwei Schülern, die auf Bildern den Hitler-Gruß zeigen, Kontakt aufzunehmen. „Auch wenn Herbstferien sind, müssen wir versuchen, zunächst den Sachverhalt aufzuklären“, sagte Klieme. Dies soll bei einem gemeinsamen Gespräch in dieser Woche geschehen. Bisher gebe es nur den Zeitungsbericht.

Versammlung nach den Ferien

Er kündigte zudem an, dass am kommenden Montag, direkt nach den Herbstferien, eine Versammlung mit den Schülern und Eltern der Klasse stattfinden soll. Daran will sich auch das Landesschulamt beteiligen. „Wir müssen sehen, ob wir einen Schulpsychologen mit hinzuziehen“, sagte der Direktor des Landesschulamtes.

Schulleitung zeigt sich überrascht

Die Schulleitung, die Klassenlehrerin und der Schulelternrat sind laut Klieme von den rechtsextremen Vorwürfen überrascht worden. Es habe keine Hinweise und auch keine Meldung von Eltern oder Schülern gegeben. „Natürlich fragen sich viele, warum sie diese Tendenzen nicht mitbekommen haben“, so Klieme.

Dabei wird sich im Saalekreis besonders um die Rechtsextremismusprävention an Schulen gekümmert. Seit dem Jahr 2011 sind über eine Koordinierungsstelle mehr als 30 Projekte wie Geschichtswerkstätten oder Stolperstein-Verlegungen mit Schülern veranstaltet worden. (mz)