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Neugründungen: Land erlebt Boom der Stiftungen

Uhr | Aktualisiert 28.12.2012 21:12 Uhr
Die Ascherslebener Neo Rauch Grafikstiftung soll eine Ausstellung in Kerava organisieren. (ARCHIVFOTO: FRANK GEHRMANN) 
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Ob Grafik-Galerie von Maler-Star Neo Rauch in Aschersleben oder Bürgerprojekte im Harz - Stiftungen erleben in Sachsen-Anhalt einen Boom. Einen Überblick vermittelt ab sofort ein neues digitales Stiftungsverzeichnis des Landes auf den Seiten des Landesverwaltungsamtes.
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Halle (Saale)/MZ. 

Ob Grafik-Galerie von Maler-Star Neo Rauch in Aschersleben oder Bürgerprojekte im Harz - Stiftungen erleben in Sachsen-Anhalt einen Boom. So gilt es als sicher, dass 2013 wieder mindestens zehn neue Stiftungen gegründet werden. Deren Gesamtzahl dürfte sich damit im kommenden Jahr auf knapp 300 erhöhen. Einen Überblick vermittelt ab sofort ein neues digitales Stiftungsverzeichnis des Landes auf den Seiten des Landesverwaltungsamtes.

Die nächsten aussichtsreichen Initiativen sind die Bürgerstiftung Thale und die Stiftung Lebenshilfe Ostfalen, die unter anderem behinderten Menschen helfen wollen. Bereits zum 1. Januar wird die Stiftung der Volkssolidarität Halle anerkannt, so das Landesverwaltungsamt in Halle. Die Behörde übt die Aufsicht über die landesweit 209 Stiftungen bürgerlichen Rechts aus. Hinzu kommen aktuell 48 Stiftungen der Landeskirchen sowie weitere Stiftungen.

Eine Stiftung ist eine Einrichtung, die mit Hilfe eines Vermögens einen vom Stifter festgelegten Zweck verfolgt. Aufgabe ist es, das Vermögen zu erhalten und die Erträge dem Stiftungsziel entsprechend einzusetzen. Gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Stiftungen sind von den meisten Steuern befreit. Zum Gesamtvermögen der Stiftungen gibt es unter Hinweis auf den Datenschutz keine amtlichen Angaben. Schätzungen gehen jedoch davon aus, dass es sich allein in Sachsen-Anhalt um mehrere Milliarden Euro handelt. Nach Auskunft der Aufsichtsbehörde bewegen sich die Stiftungsvermögen jeweils zwischen 30 000 und 30 Millionen Euro. Schwerpunkte sind die Alten-, Kinder- und Jugendhilfe, Bildung und Erziehung sowie Kultur und Denkmalschutz.

Die Mehrzahl der aktiven Stiftungen ist nach 1990 entstanden, davon die meisten in Magdeburg (25), Halle (19) und im Burgenlandkreis (18). "Selbst die Wirtschaftskrise hat bisher keine Auswirkung auf die Anerkennung von neuen Stiftungen", so der Präsident des Landesverwaltungsamtes, Thomas Pleye. Damit setzt sich eine Jahrhunderte währende Tradition fort. Das Register des Landesverwaltungsamtes weist für 1947 mehr als 1 800 Stiftungen aus.

Nach Gründung der DDR verlieren sich viele ihrer Aktivitäten. 600 alte Stiftungen haben sich aufgelöst, andere existieren nur noch auf dem Papier. 93 Stiftungen sind seit dem Jahr 1990 neu durchgestartet. In 15 weiteren Fällen prüft das Landesverwaltungsamt eine mögliche Wiederbelebung.

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