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Magdeburg: Großes Straßenfest gegen Rechts

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Ein Kind malt am 15.01.2011 auf einem bunten Plakat für Demokratie im Rahmen einer Demonstration gegen einen Aufmarsch. Rund 120 Vereine und Organisationen hatten bei der «Meile der Demokratie» mit einem friedlichen Fest gegen Rechtsradikalismus demonstriert. Am 12.01.2013 findet in Magdeburg die fünfte Meile der Demokratie statt. (FOTO: DPA)

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Mit einem großen Straßenfest will Magdeburg am 12. Januar ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen. Mehr als 10.000 Bürger wollten bei der fünften Meile der Demokratie einem erwarteten Aufmarsch von bis zu 2000 Neonazis entgegentreten.
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Magdeburg/DPA. 

Mit einem großen Straßenfest will Magdeburg am 12. Januar ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen. Mehr als 10.000 Bürger wollten bei der fünften Meile der Demokratie einem erwarteten Aufmarsch von bis zu 2000 Neonazis entgegentreten, teilten die Stadt und das Bündnis gegen Rechts am Montag mit. „Da muss die Gesellschaft insgesamt einfach mobil machen“, sagte Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD).

Anlass ist der 68. Jahrestag der Zerstörung Magdeburgs im Zweiten Weltkrieg. Am 16. Januar 1945 waren bei einem Luftangriff rund 2500 Menschen ums Leben gekommen. Große Teile der Stadt lagen in Schutt und Asche. Seit Jahren nehmen Rechtsextremisten das Datum als Anlass, um in Magdeburg aufzumarschieren. Im Januar dieses Jahres kamen rund 1200 Rechtsextremisten, auf der Meile der Demokratie wurden etwa 10 000 Menschen gezählt.

Die Veranstalter erwarten, dass es im kommenden Januar rund 1500 bis 2000 Rechtsextremisten sein werden. Noch ist offen, ob die Neonazis am 12. Januar oder am Wochenende darauf auf die Straße gehen. Auch für den späteren Termin sind Gegenkundgebungen geplant.

„Es ist eine besondere Bedrohungslage“, sagte der Beigeordnete Holger Platz, der die Gegenkundgebungen für die Stadt organisiert. „Jetzt ist es gerade wichtig, dass die Magdeburger Gesicht zeigen.“ Mit der Meile werde verhindert, dass Rechtsextremisten in den inneren Innenstadtbereich vordringen könnten. Er werde aber allein aus rechtlichen Gründen keine Blockaden organisieren.

Trümper sagte mit Blick auf die Landespolitik, er wünsche sich angesichts der erhöhten Zahl von erwarteten Neonazis eine stärkere Beteiligung von prominenten Politikern. Erwartet würden bislang unter anderem Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) und Landtagspräsident Detlef Gürth (CDU), sagte Christine Böckmann vom Bündnis gegen Rechts.

Die Veranstalter rechnen damit, dass die Rechtsextremisten erst kurzfristig festlegen, ob sie am 12. oder am 19. Januar marschieren wollen. Trümper sprach von einem Verwirrspiel. Damit wolle man die Organisation der Gegendemonstration erschweren.