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Mitteldeutsche Zeitung | Legida: Rettet Leipzig das Abendland?
04. January 2015
http://www.mz-web.de/3483448
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Legida: Rettet Leipzig das Abendland?

Bleibt die Nähe zur rechtspopulistischen AfD. Bis kurz vor Weihnachten trat der Islamwissenschaftler Hans-Thomas Tillschneider, Mitglied im sächsischen AfD-Landesvorstand, als „Berater“ und Gastautor von Legida auf. Sein letzter Post auf der Facebook-Seite datiert vom 18. Dezember 2014. Der Leipziger AfD-Landtagskandidat Felix Koschkar gehörte zu den Organisatoren von Legida. Koschkar war darüber hinaus auch engagiert bei der europaweit vernetzten neurechten „Identitären Bewegung“. Deren Vorstellungen teilt er nach eigenem Bekunden nach wie vor. Die „Identitären“ wenden sich gegen eine angeblich herrschende „Multikulti-Ideologie“ und eine vermeintliche Islamisierung - und bilden damit auch ein Scharnier zur rechtsextremen Szene.

Auf MZ-Anfrage wollen beide aber nichts mehr mit Legida zu tun haben. Tillschneider teilte mit, er sei nicht mehr bei Legida aktiv. Auch Koschkar erklärte, er sei aus dem Organisationsteam ausgetreten. Die Sachsen-AfD ist derweil um Abgrenzung bemüht: Das Engagement der beiden Mitglieder für Legida sei deren Privatsache gewesen, beteuert Generalsekretär Uwe Wurlitzer. In Dresden sucht die AfD dennoch die Annäherung: Für den kommenden Mittwoch hat sie die dortige Pegida-Spitze zum Gespräch eingeladen.

17-Punkte-Papier

Man kann nicht sagen, dass sie sich bei Legida keine Gedanken gemacht hätten. Nach Wochen des Schweigens steht ein Positionspapier mit 17 Punkten online, inklusive fünf A-4-Seiten Erläuterungen zum Download - ein seltsames Sammelsurium von Forderungen, von der „Schaffung eines Einwanderergesetzes“ über die Reform des Steuerrechts und des Gleichstellungsgesetzes bis hin zu einer „Beendigung des Kriegsschuldkultes“, womit die Autoren des Papiers auf Neonazi-Jargon zurückgreifen.

Folgt man dem Positionspapier, sind den Legida-Bewegten „Fremdenhass, Rassismus und Extremismus fremd“. Klingt gut. Man kann sich aber fragen, wie ernst das gemeint ist, sind auf der Facebook-Seite von Legida doch auch ganz andere Kommentare zu lesen. Da werden Flüchtlinge als „Dreckspack“ verunglimpft, die man - mit Blick auf ihre lebensgefährlichen Fluchtrouten übers Mittelmeer - „in ihrer Nussschale wieder heimschicken“ müsse. Da wird mit „Schrotflinte im Nachtschränkchen und Colt unterm Kopfkissen“ gedroht.

Kein Wunder, dass der Protest gegen Legida zunimmt: Nach Angaben der Leipziger Stadtverwaltung sind für den 12. Januar bislang sieben Gegendemonstrationen mit mehr als 5 000 Teilnehmern angemeldet. Dazu aufgerufen haben Kirchen, Vereine und Gewerkschaften. Die Facebook-Seite einer Anti-Legida-Initiative verzeichnet 11 500 „Gefällt mir“-Klicks, 5 000 mehr als die Legida-Seite selbst.

Bleibt die Nähe zur rechtspopulistischen AfD. Bis kurz vor Weihnachten trat der Islamwissenschaftler Hans-Thomas Tillschneider, Mitglied im sächsischen AfD-Landesvorstand, als „Berater“ und Gastautor von Legida auf. Sein letzter Post auf der Facebook-Seite datiert vom 18. Dezember 2014. Der Leipziger AfD-Landtagskandidat Felix Koschkar gehörte zu den Organisatoren von Legida. Koschkar war darüber hinaus auch engagiert bei der europaweit vernetzten neurechten „Identitären Bewegung“. Deren Vorstellungen teilt er nach eigenem Bekunden nach wie vor. Die „Identitären“ wenden sich gegen eine angeblich herrschende „Multikulti-Ideologie“ und eine vermeintliche Islamisierung - und bilden damit auch ein Scharnier zur rechtsextremen Szene.

Auf MZ-Anfrage wollen beide aber nichts mehr mit Legida zu tun haben. Tillschneider teilte mit, er sei nicht mehr bei Legida aktiv. Auch Koschkar erklärte, er sei aus dem Organisationsteam ausgetreten. Die Sachsen-AfD ist derweil um Abgrenzung bemüht: Das Engagement der beiden Mitglieder für Legida sei deren Privatsache gewesen, beteuert Generalsekretär Uwe Wurlitzer. In Dresden sucht die AfD dennoch die Annäherung: Für den kommenden Mittwoch hat sie die dortige Pegida-Spitze zum Gespräch eingeladen.

17-Punkte-Papier

Man kann nicht sagen, dass sie sich bei Legida keine Gedanken gemacht hätten. Nach Wochen des Schweigens steht ein Positionspapier mit 17 Punkten online, inklusive fünf A-4-Seiten Erläuterungen zum Download - ein seltsames Sammelsurium von Forderungen, von der „Schaffung eines Einwanderergesetzes“ über die Reform des Steuerrechts und des Gleichstellungsgesetzes bis hin zu einer „Beendigung des Kriegsschuldkultes“, womit die Autoren des Papiers auf Neonazi-Jargon zurückgreifen.

Folgt man dem Positionspapier, sind den Legida-Bewegten „Fremdenhass, Rassismus und Extremismus fremd“. Klingt gut. Man kann sich aber fragen, wie ernst das gemeint ist, sind auf der Facebook-Seite von Legida doch auch ganz andere Kommentare zu lesen. Da werden Flüchtlinge als „Dreckspack“ verunglimpft, die man - mit Blick auf ihre lebensgefährlichen Fluchtrouten übers Mittelmeer - „in ihrer Nussschale wieder heimschicken“ müsse. Da wird mit „Schrotflinte im Nachtschränkchen und Colt unterm Kopfkissen“ gedroht.

Kein Wunder, dass der Protest gegen Legida zunimmt: Nach Angaben der Leipziger Stadtverwaltung sind für den 12. Januar bislang sieben Gegendemonstrationen mit mehr als 5 000 Teilnehmern angemeldet. Dazu aufgerufen haben Kirchen, Vereine und Gewerkschaften. Die Facebook-Seite einer Anti-Legida-Initiative verzeichnet 11 500 „Gefällt mir“-Klicks, 5 000 mehr als die Legida-Seite selbst.

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