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Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Der Wahl-O-Mat erlebt sein Comeback

Wahl-O-Mat

Zwei junge Leute stehen vor einen Bildschirm mit der Aufschrift « Du hast die Wahl!»

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dpa

Magdeburg -

Der Wahl-O-Mat zur Landtagswahl in knapp vier Wochen ist online. Die Sachsen-Anhalter können damit via Internet in einem Frage-und-Antwort-Spiel ihre politischen Ansichten mit den Programmen der Parteien vergleichen. Der Wahl-O-Mat berücksichtigt 14 Parteien und 38 Thesen. Allein die Magdeburger Gartenpartei hat nach Angaben der Landeszentrale nicht am Wahl-O-Mat teilgenommen. Das Angebot stammt von der Bundeszentrale für politische Bildung und der Landeszentrale. „150 000 Nutzer erwarten wir mit Sicherheit“, sagte Pamela Brandt von der Bundeszentrale am Dienstag in Magdeburg.

Zum Auftakt probierten die Spitzenkandidaten von CDU, SPD, Linken und Grünen den Wahl-O-Mat in Magdeburg aus. Katrin Budde (SPD) und Wulf Gallert (Linke) kamen auf 100 Prozent Übereinstimmung mit den Positionen ihrer Partei. „Der innere Kompass stimmt“, sagte Budde. Grünen-Spitzenkandidatin Claudia Dalbert erreichte 98,1 Prozent Übereinstimmung mit den Grünen-Positionen. „100 Prozent finde ich erschreckend“, kommentierte sie.

Bei Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) streikte der Computer. Er schwenkte kurzerhand auf die Klebe-Variante um, die bis zum 12. März in vielen Städten zum Einsatz kommt. Dabei werden alle 38 Thesen zur Landtagswahl auf großen Leinwänden präsentiert. Gemeinsam lassen sich die Themen besprechen. Rote und grüne Klebepunkte signalisieren Zustimmung oder Ablehnung. Eine prozentuale Übereinstimmung mit dem Programm seiner Partei ließ sich daraus nicht ableiten.

Brandt betonte, der Wahl-O-Mat sei vordergründig ein Spiel, das Spaß mache. Dahinter stecke aber das Ziel, dass sich die Menschen mit den Inhalten und Themen der Landtagswahl beschäftigen. Die Themen reichen vom Ausbau des Mobilfunks über den Umgang mit Flüchtlingen, Ärzteversorgung, Kinderbetreuung, Schuldenbremse bis zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und bienenfreundlicher Landwirtschaft. Rund 20 Schüler und Studenten hatten die Thesen erarbeitet. Die Parteien beantworteten sie - wie jetzt die Nutzer - mit „stimme zu“, „neutral“ oder „stimme nicht zu“.

Laut der Bundeszentrale für politische Bildung werden die Ergebnisse aus den Wahl-O-Mat-Durchgängen nirgendwo gespeichert. Es sei nicht nachvollziehbar, wie oft welche Übereinstimmungen mit Partei-Positionen erzielt worden sind. Der Wahl-O-Mat für Sachsen-Anhalt hat den Angaben zufolge rund 20 000 Euro gekostet. Es gab ihn bereits bei der Landtagswahl 2006, 2011 dann nicht. (dpa)