Nachrichten aus Sachsen-Anhalt, Mitteldeutschland und der Welt

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Eiertanz der Etablierten stärkt die AfD

Ein Laptop mit AfD-Logo

Ein Laptop mit AfD-Logo

Foto:

dpa

Magdeburg -

Das Umfragehoch der rechtspopulistischen AfD vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat aus Sicht eines Extremismusforschers auch mit dem Umgang der anderen Parteien zu tun.

Sich nicht mit der AfD auseinanderzusetzen, habe zu einem „Eiertanz der Etablierten“ geführt, sagte der Sozialpsychologe und Professor an der Uni Bielefeld Andreas Zick in Magdeburg. Zur Lösung der Asylfrage gebe es nur konservative Vorschläge der Begrenzung und Abschottung. Dadurch sei der gesamte politische Diskurs nach rechts gerückt, wovon vor allem Populisten wie die AfD profitierten.

„Es ist auch relativ spät erst passiert, dass man die AfD damit konfrontiert hat, ein Konzept zu zeigen“, sagte Zick. Umfragen sagten der AfD für die Landtagswahl in zwei Wochen 15 bis 17 Prozent voraus.

Der Sozialpsychologe forscht seit Jahren zu menschen- und demokratiefeindlichen Einstellungen in Deutschland. Aktuelle Daten zeigen laut Zick, dass etwa ein Drittel sich stark ehrenamtlich engagiert und hilft - ohne sich von den politischen Aussagen, dass die Systeme überlastet seien, beirren zu lassen. Dem stehe ein Drittel gegenüber, dass die aktuelle Asylpolitik ablehne, bis hin zu aggressiven Straftaten. So stehe dem merklichen Rechtsruck ein fast unmerkliches Zusammenrücken der Zivilgesellschaft gegenüber, so Zick. (dpa)