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Lachen als Medizin: Leipziger Institut bietet Humortraining für Ärzte

Die Trainer des Deutschen Humorinstituts in Leipzig wollen mehr Freude in den Klinikalltag bringen.

Die Trainer des Deutschen Humorinstituts in Leipzig wollen mehr Freude in den Klinikalltag bringen.

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dpa

Leipzig -

Mit einem neuen Projekt wollen die Trainer des Deutschen Humorinstituts in Leipzig mehr Freude in den Klinikalltag bringen. „Das Projekt heißt „Arzt mit Humor“ und richtet sich vorrangig an Mediziner“, sagt Institutschefin Eva Ullmann. Dabei kooperiert die Coachingagentur auch mit dem Arzt und Kabarettisten Eckhard von Hirschhausen. „Es geht nicht darum, sich über Patienten lustig zu machen, sondern herauszufinden, was ist die richtige Mischung zwischen Humor und Ernsthaftigkeit“, betonte Ullmann.

Humor-Workshops mit Eckart von Hirschhausen

Auf seiner Internetseite verspricht das Institut „neue Impulse für die Arzt-Patienten-Gespräche“. Es bietet auch einen „Humorstammtisch“ an - einen Erfahrungsaustausch unter Medizinern.

Eckart von Hirschhausen widmet sich dem Thema über seine Bühnen-Programme hinaus - mit seiner Stiftung „Humor hilft heilen“. Sie bietet etwa Humor-Workshops für Personal in Kliniken und Pflegeeinrichtungen an. Außerdem fördert sie Clownsvisiten in Krankenhäusern. Es gebe eine Vielzahl von lokalen Clown-Projekten. Die Stiftung arbeite aktuell mit etwa 50 dieser Projekte zusammen, sagt Sandra Paule von der Pressestelle.

Lachen für die Deeskalation

Die Sozialpädagogin Ullmann, die ihre Diplomarbeit zum Thema Humor geschrieben hat, findet es spannend, Humor auch in den Unternehmensalltag zu bringen. Etwa bei Führungskräfteseminaren. „Witze erzählen und in Humor machen auf Kosten von jemand anderem, das können viele“, sagte Ullmann. „Aber wie man in einer schwierigen Situation mit Mitteln des Humors deeskalierend wirken kann, das wissen sie meist nicht“.

Humortraining sei in gewisser Weise eine Form von Kommunikationstraining. Auch international sind die Trainer der Coachingagentur mittlerweile gefragt. So seien sie zu einem Qualitätsmanagertreffen in Oslo eingeladen gewesen und bei einer großen Bank.

Etwa 150 Veranstaltungen gibt es im Jahr. Drei bis fünf Trainer arbeiten in dem Leipziger Institut. Sie kommen vom Theater, sind Pädagogen, Zauberer oder Zeichner. Mit dem Institut machte sich Ullmann 2005 selbstständig. (dpa)