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Krawalle in Leipzig: Polizei vermutet Zusammenhang mit Jalloh-Prozess

Uhr | Aktualisiert 15.12.2012 13:47 Uhr

Polizei vermutet nach Krawallen in Leipzig Zusammenhang mit Jalloh-Prozess. (FOTO: DPA)

In der Nacht zu Samstag ist es am Connewitzer Kreuz in Leipzig erneut zu Krawallen gekommen. Etwa 75 bis 100 Vermummte seien lautstark mit Feuerwerkskörpern durch die Straßen gezogen und hätten randaliert, teilte die Polizei am Samstag in Leipzig mit.
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Leipzig/dapd. 

Sie zerstörten unter anderem die Glasscheiben einer Sparkasse, eines Supermarktes und eines Bürgeramtes sowie den Wartebereich einer Straßenbahnhaltestelle. Zudem errichteten die Randalierer aus Müllcontainern mehrere Barrikaden. Es wird wegen schwerem Landfriedensbruch ermittelt.

Die Polizei wurde mit Steinen beworfen. Verletzt wurde niemand. Die Täter flüchteten. Es entstand ein Schaden von mehreren 10.000 Euro. Laut Polizei gibt es einen Zusammenhang mit der Verurteilung eines Polizisten in Magdeburg. Das Magdeburger Landgericht hatte den Mann am vergangenen Donnerstag wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe verurteilt. Er war für den Dienst verantwortlich, als der Asylbewerber Oury Jalloh 2005 im Dessauer Polizeigewahrsam bei einem Brand in der Zelle ums Leben kam.

Laut Polizei soll bei den Krawallen unter anderem ein Plakat gezeigt worden sein, was auf einen Zusammenhang schließen lässt.

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