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Kennzeichen: Ein Kreis, sechs Varianten

Uhr | Aktualisiert 27.11.2012 21:52 Uhr

Die Rückkehr zu den alten Kennzeichen ist für Sachsen-Anhalter wieder möglich. (ARCHIVFOTO: FRANK GEHRMANN)

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Die Sachsen-Anhalter können ab Dienstag wieder ihre alten Kfz-Zeichen beantragen. Die Liste mit 38 zusätzlichen Kennzeichen der Altkreise ist vom Bund genehmigt worden, wie das Verkehrsministerium am Montag in Magdeburg mitteilte.
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Halle (Saale)/MZ. 

Ungeahnte Vielfalt. Das garantiert ab Dienstag die Rückkehr der alten Buchstaben-Kombinationen auf den Autoschildern. So besteht im Landkreis Mansfeld-Südharz nun die Möglichkeit, sich eine von vier Alt-Varianten reservieren zu lassen: EIL (Eisleben), HET (Hettstedt), ML (Mansfelder Land) oder SGH (Sangerhausen). Das nach der jüngsten Gebietsreform eingeführte, jedoch von vielen ungeliebte Kürzel MSH für den Landkreis Mansfeld-Südharz bleibt ebenfalls im Angebot.

Noch eins drauf setzt der Burgenlandkreis. Dort gilt wie gehabt BLK. Hinzu kommen nun aber wieder NMB (Naumburg), NEB (Nebra), HHM (Hohenmölsen), WSF (Weißenfels) und ZZ (Zeitz). Eine Genugtuung dürften zudem Autofahrer aus Roßlau verspüren, die vielleicht noch mit dem Beitritt ihrer Kommune zu Dessau hadern, nun aber zumindest wieder zum geliebten RSL zurückkehren können.

Keine Chance haben dagegen Aufschriften mit Fantasie-Kürzeln. Dazu zählt der Autoschilder-Referent im Verkehrsministerium auch Ideen, aufstrebenden Kleinstädten wie Landsberg (Saalekreis) oder Touristen-Magneten wie Thale (Harzkreis) ein eigenes Kennzeichen zu erlauben. Derartigen Ansinnen habe der Gesetzgeber einen Riegel vorgeschoben. Ausgeschlossen sind zudem Kennzeichen aus DDR-Schilderzeiten - beispielsweise K oder V für den damaligen Bezirk Halle.

"Mit der neuen Regelung geht ein lange gehegter Wunsch vieler Menschen in Erfüllung", betonte Verkehrsminister Thomas Webel (CDU). Das jeweilige Heimat-Kennzeichen könne als Ausdruck einer Verbundenheit mit der Region verstanden werden. Dagegen erneuerte Heinz-Lothar Theel, Geschäftsführer des Landkreistages, seine Kritik. "Das ist ein Schritt in die Vergangenheit, und ein kostspieliger dazu." So schlage die Anpassung der Software in den Zulassungsstellen ins Kontor, allein im Harzkreis mit 15 000 Euro.

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