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Karnevalisten in Sachsen-Anhalt bereiten Umzüge vor: Die Unsicherheit läuft mit

Der Umzug zum Rosenmontag rollt am 03. März 2014 durch Köthen.

Der Umzug zum Rosenmontag rollt am 03. März 2014 durch Köthen.

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dpa

Halle (Saale)/Köthen -

Der Karneval startet in die heiße Phase und in Köthen, Dessau-Roßlau und Halle zieht es die Narren für Rosenmontagsumzüge Anfang Februar wie jedes Jahr auf die Straße. So faschingsbegeistert wie die Rheinländer sind die Sachsen-Anhalter aber nicht. Symptomatisch: In der Landeshauptstadt Magdeburg gab mangels Interesse seit 1990 nur einen Rosenmontagsumzug.

In diesem Jahr läuft zudem die Vorsicht mit, und es gibt besondere Auflagen. So sollen Gewalt, Terror und Flüchtlinge bei den Umzügen nicht thematisiert werden. Darauf einigten sich die Vereine bereits vor dem Start in die fünfte Jahreszeit am 11. November, wie der Präsident des Karneval-Landesverbandes, Dirk Vater, berichtet. Das Thema Terrorgefahr und die massenhaften Übergriffe in der Silvesternacht in Köln sorgen bei den Vereinslenkern für Verunsicherung.

Dabei müssen die Veranstalter auch mit dem eigenwilligen Humor einiger Narren rechnen. Beispiel Hübitz im Landkreis Mansfeld-Südharz: Dort hätten sich einige Gäste zur Feier im Kulturhaus des Ortes als Dschihadisten und Burka-Träger verkleidet - inklusive Bombenattrappe auf dem Rücken, wie Vater erzählt. Die zwei Frauen und drei Männer wollten mit ihren Kostümen wohl an Terroristen erinnern. Vater: „Das waren Gäste. Wenn die Karnevalisten von uns gewesen wären, hätte ich das unterbunden.“

In Dessau-Roßlau findet der Umzug traditionell am Sonntag statt. „Wir haben ein erhöhtes Sicherheitskonzept gemeinsam mit der Polizei abgestimmt“, sagt der Präsident des Karneval-Festkomitees Dessau, Klaus Böttcher. Böse Überraschungen, zumindest was die Thematik der Festwagen betrifft, werden in Dessau nicht erwartet. Sicherheit gibt es aber erst am Vortag: „90 Prozent der Vereine können ihre Wagen erst am Samstag bauen.“

Für den Rosenmontagsumzug in Köthen am 8. Februar gibt es nach Angaben des Präsidenten der Köthener Karnevalsgesellschaft, Patrick Lange, ebenfalls ein Sicherheitskonzept, aber keine Auflagen. „Natürlich - wenn etwas die Sicherheit gefährden sollte, haben wir immer noch die Möglichkeit derartige Dinge unmittelbar vor dem Umzug durch die Stadt zu entfernen.“ Im Vorfeld des Rosenmontagsumzuges durch die Innenstadt von Halle mahnt der Präsident des dortigen Karneval-Vereins, Volker Rosenau: „Wir können Unruhe nicht gebrauchen und hoffen, dass der Rosenmontagsumzug friedlich über die Bühne geht.“

Aus Sicht des Innenministeriums gibt es landesweit derzeit keine erhöhte Gefährdungslage. Die Polizei stehe in engem Kontakt und Austausch mit den Veranstaltern. Auf Lageänderungen könne jederzeit schnell reagiert werden.

Abgesehen von der Flüchtlingsproblematik spüren die Vereine, dass sich Karneval verändert. „Wir sind eine Spaßgesellschaft, in der es ständig Events gibt“, sagt der Köthener Präsident Lange. Aber die alte Karnevalstradition werde überleben. (dpa)