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Hochschulen in Sachsen-Anhalt: Millionenschwere Kampagne soll westdeutsche Studenten locken

Platz vor der Löwengebäude

Blick über den Platz vor der Löwengebäude der Uni in Halle.

Foto:

Meinicke/Symbol

Halle (Saale) -

Mit einer millionenschweren und vor allem digitalen Kampagne wollen die sieben Hochschulen und Universitäten des Landes junge Leute aus Westdeutschland und dem Ausland nach Sachsen-Anhalt locken.

Studienplätze dauerhaft besetzen

„Das ist aktive Vorsorge, damit die vorhandenen Studienplätze dauerhaft besetzt werden“, sagte Armin Willingmann, Rektor der Hochschule Harz und Präsident der Landesrektorenkonferenz (LRK), der MZ. Die geplante Kampagne sei in dieser Form einmalig in Deutschland. Die Aktion soll im August starten und umfassend über die Angebote an den Hochschulen informieren, in einem eher sachlichen Ton. „Das wird keine grelle Kampagne“, versichert Anette Scholz, Professorin für Design digitaler Produkte an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle und Leiterin des Projekts. Und: „Die Kampagne wird sehr stark digital laufen.“

Die Änderung der Werbeformen hält LRK-Chef Willingmann für geboten. „Der Einsatz von Flyern, Plakaten oder die Werbung auf einen Straßenbahn bringt nicht viel.“ Denkbar sei beispielsweise, dass sich Professoren in einem Video kurz vorstellen. Wie die Internet-Plattformen und der Auftritt in sozialen Medien wie Facebook und Whats-App konkret aussehen, wird Aufgabe der Agenturen sein, die den Auftrag erhalten. Ansatzpunkt sind Untersuchungen, wonach viele Abiturienten sehr unsicher seien, welches Studium sie aufnehmen sollten. Viele hätten zudem Angst, eine falsche Entscheidung sei nie mehr zu korrigieren. Entsprechend intensiv informierten sich die meisten Schüler.

Spätere Karrierechancen

Dabei spielten Fragen nach konkreten Studienbedingungen und späteren Karrierechancen eine viele größere Rolle als die Frage, ob die Hochschulstadt für junge Leute besonders attraktiv ist. Auf diese Bedürfnisse müsse man in den Kampagne konkret eingehen, so Projektleiterin Scholz. Die Ausschreibungen für die Kampagne laufen, sie soll fünf Jahre dauern und wird durch die Landesregierung mit fünf Millionen Euro gefördert. Die Initiative folgt auf die vom Bund finanzierte Kampagne „Studieren in Fernost“ für alle ostdeutschen Länder, die Ende 2015 ausgelaufen ist. Hintergrund der Werbebemühungen ist, dass die Zahl der Abiturienten aus Sachsen-Anhalt allein nicht ausreicht, um die Studienkapazitäten zu sichern. Mehr als 17.000 Hochschüler in Sachsen-Anhalt kamen Ende 2015 aus Westdeutschland, das ist gegenüber dem Jahr 2010 eine Steigerung um 66 Prozent. (mz)