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Historische Quelle im Unterricht: Hitlers „Mein Kampf“ als Unterrichtsstoff in Sachsen-Anhalt möglich

Überall noch zu haben: die Ausgaben von „Mein Kampf“ aus der Weimarer und der Nazizeit

Überall noch zu haben: die Ausgaben von „Mein Kampf“ aus der Weimarer und der Nazizeit

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Archiv

Magdeburg -

Die am Freitag erscheinende Neuauflage der nationalsozialistischen Hetzschrift „Mein Kampf“ kann ab sofort zum Unterrichtsstoff in Sachsen-Anhalts Schulen werden. Das Kultusministerium hat den Lehrern des Landes grünes Licht gegeben, Adolf Hitlers Propagandaschrift als historische Quelle im Geschichtsunterricht zu behandeln. Mithilfe des Buches könnten die mörderischen Folgen des Hitler-Weltbilds aufgezeigt werden, sagte Kultus-Staatssekretär Jan Hofmann (SPD). Ob die Schrift an Schulen behandelt wird, solle jedoch im Ermessen der Lehrer liegen. Zudem wird das Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung zum kommenden Schuljahr Weiterbildungen für interessierte Pädagogen entwickeln, so Hofmann.

Mit der neuen, wissenschaftlich kommentierten Ausgabe von „Mein Kampf“ steht erstmals seit 70 Jahren ein Neudruck der Hetzschrift in den Buchläden. In dem 1.800-Seiten-Werk wird Hitlers Schrift einer historischen Analyse unterzogen. Das Land Bayern hatte eine Neuauflage bisher verhindert. (mz)