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Himmelsscheiben-Prozess: 58-Jähriger wegen Meineids verurteilt

Uhr | Aktualisiert 26.08.2006 20:25 Uhr
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Himmelsscheibe von Nebra

Die Himmelsscheibe von Nebra gilt als älteste konkrete Sternenabbildung der Menschheitsgeschichte. (Foto: dpa)

Knapp ein Jahr nach dem spektakulären Prozess um den illegalen Verkauf der 3600 Jahre alten Himmelsscheibe von Nebra ist jetzt ein 58-jähriger Mann aus Nordrhein-Westfalen vom Naumburger Amtsgericht wegen Meineid zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.
Halle/dpa. 

Er wurde für schuldig befunden, bei dem Verfahren vor drei Jahren als Zeuge falsche Aussagen gemacht und damit ein Hehlerpaar gedeckt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte ein Jahr auf Bewährung gefordert, die Verteidigung auf Freispruch plädiert.

Das Amtsgericht Naumburg sah es als erwiesen an, dass der Zeuge im September 2003 unter Eid falsche Angaben gemacht hatte. Er hatte behauptet, dass im Zusammenhang mit dem von den Hehlern geplanten Verkauf der Himmelsscheibe an den Landesarchäologen Harald Meller nie über Geld gesprochen wurde. Dies hatten Meller sowie auch andere Zeugen glaubhaft bestritten. Die Himmelsscheibe ist die älteste konkrete Himmelsabbildung der Welt. Sie war von dem inzwischen verurteilten Paar aus Nordrhein-Westfalen von einem anderen Betrüger erworben und später für rund 350 000 Euro zum Verkauf angeboten worden.

Die Hehler wurden mit der Scheibe im Februar 2002 bei einer fingierten Verkaufsaktion in Basel (Schweiz) gefasst. Im Jahr 2003 war das Duo vom Amtsgericht Naumburg (Burgenlandkreis) wegen Hehlerei zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Die Bestraften fochten das Urteil an. Das Landgericht Halle hatte 2005 die Urteile aus der ersten Instanz bestätigt.

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