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Günthersdorf: Kritik am geplanten Wachstum des Einkaufsparks

Uhr | Aktualisiert 09.01.2013 10:58 Uhr

Neben dem im Jahr 2004 eröffneten Nova Eventis sollen im Einkaufspark in Günthersdorf bald weitere Geschäfte entstehen. (FOTO: ARCHIV/DPA)

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Die Erweiterung des Einkaufsparks in Günthersdorf rückt näher. Halle und Leipzig lehnen das Vorhaben ab.
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Günthersdorf/Halle (Saale)/MZ. 

Die umstrittenen Pläne zur Erweiterung eines der größten Einkaufsparks der Region in Günthersdorf (Saalekreis) nehmen konkrete Formen an. Nach MZ-Informationen soll der in Auftrag gegebene Bebauungsplan für die auf einer Fläche von 3,5 Hektar geplanten Ansiedlungen womöglich schon im Frühjahr der Stadt Leuna vorliegen.

Auf Grundlage des Entwurfs könnte der 91 Hektar große Einkaufspark weiter wachsen und die Konkurrenzsituation mit den Städten Halle und Leipzig verschärfen. Bereits seit 2011, als der Stadtrat das Vorhaben auf den Weg brachte, stoßen die Pläne in den beiden Kommunen auf massive Kritik, weil man dort Nachteile für den Handel in den Innenstädten befürchtet. Nach den Plänen will der Eigentümer der drei Teilflächen, der Berliner Möbelhändler und Höffner-Besitzer Krieger, außer einem Lebensmittelladen auch einen Baumarkt, Autoteilehandel und neben den bereits ansässigen Höffner und Ikea ein drittes Möbel-Geschäft in den Einkaufspark holen.

"Es schreien alle auf, aber die geplanten Geschäfte bieten keine innenstadt-relevanten Sachen", sagte Leunas Bürgermeisterin Dietlind Hagenau (parteilos) zu der Kritik aus dem Umland. "Denn einen Autoteilehandel baut man sich nicht einfach in die Innenstadt von Halle oder Leipzig", erklärte sie.

Die Gegner argumentieren dagegen anders. "Die geplanten Geschäfte zählen als großflächiger Einzelhandel und dieser ist laut Landesentwicklungsplan nur in Sondergebieten zulässig", erklärte Antje Bauer, zuständige Geschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau. Diese Sondergebiete liegen demnach in den Ober- und Mittelzentren, zu denen Günthersdorf nicht gehört. Darauf habe die IHK die Stadt Leuna bereits im April vergangenen Jahres schriftlich aufmerksam gemacht, seitdem jedoch nichts mehr von den Verantwortlichen gehört.

"Es gibt bezüglich der Bestimmungen Ausnahmen", erläuterte Bauer, "die allerdings mit Gutachten begründet werden müssen". An diesen Expertisen hat die Stadt Leuna laut Angaben das gesamte vergangene Jahr gearbeitet.

Doch selbst wenn alle Auflagen erfüllt werden, beäugt man das Vorhaben in den Städten kritisch. "Wir wollen das nicht", sagte damals nach Bekanntwerden der Pläne der hallesche Wirtschaftsdezernent Wolfram Neumann. Auch das Leipziger Rathaus stellte am Dienstag noch einmal klar, dass es bei seiner ablehnenden Haltung bleibe. Diese Hartnäckigkeit zahlte sich für die Messestadt im vergangenen Jahr aus, als im Fall des geplanten Outlet-Centers in Wiedemar der Investor nach jahrelangem Rechtsstreit das Handtuch warf.

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