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Gastgewerbe: Umsätze auf Feuerwehrfesten & Co. sollen besteuert werden

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Der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes, Rene Kauschus, dringt auf eine Besteuerung von Umsätzen mit Essen und Getränken bei etwa Sportplatzfesten. (AYMBOLFOTO: DPA) 
Kaum ein Vereinsfest kommt ohne Bratwürste, Weißbier und Co aus. Auf die Umsätze aus den Verkäufen zahlten die Anbieter oft keine Steuern, beklagen Gastronomen. Ein neues Gaststättengesetz soll deshalb her.
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Magdeburg/dpa. 

Der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes, Rene Kauschus, dringt auf eine Besteuerung von Umsätzen mit Essen und Getränken bei etwa Sportplatzfesten. Bislang gebe es in Sachsen-Anhalt diesbezüglich eine Gesetzeslücke, die Wettbewerbsverzerrungen begünstige. „Die Umsätze aus Getränken und Speisen, die auf Vereins- und Feuerwehrfesten verkauft werden, sollten ebenso versteuert werden wie in Gaststätten“, sagte der Dehoga-Hauptgeschäftsführer. Dem Land entgingen bisher enorme Steuergelder verloren, weil die Umsätze oft nicht erfasst würden.

„Eines meiner wichtigsten Ziele ist es deshalb, dass das neue Gaststättengesetz Sachsen-Anhalts endlich in Kraft tritt, in dem das verankert ist“, sagte Kauschus in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Sachsen-Anhalt sei eines der letzten Länder, das dieses Regelwerk neu formuliert. In den kommenden Wochen seien noch Gespräche mit dem Wirtschaftsministerium zu einem bereits erarbeiteten Entwurf vorgesehen. „Ich gehe davon aus, dass das Gesetz noch in diesem Jahr in Kraft tritt“, sagte Kauschus, der am Mittwoch in sein Amt eingeführt wurde. Er löste Wolfgang Schildhauer ab, der die Geschäfte von Dehoga seit 2001 geführt hatte.

„Außerdem sollten bei solchen Vereins- und Schulfesten die gleichen hohen hygienischen Standards gelten, wie in Gaststätten und Hotels“, sagte Kauschus. Das Gastgewerbe habe erhebliche Mittel investiert, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Es unterliege strengen hygienischen Kontrollen, so bei der Einhaltung der Kühlkette für die Lebensmittel sowie des Jugend- und Nichtraucherschutzes. Diese Kontrollen sollte es auch bei Vereins- und Schulfesten geben.

Nach Angaben von Kauschus gibt es in Sachsen-Anhalt etwa 4500 Gaststätten und Hotels. Gut 1000 davon seien in der Dehoga organisiert.

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