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Fremdsprachen: Französisch bleibt bei Schülern gefragt

Uhr | Aktualisiert 25.11.2012 21:26 Uhr
Blick in einen Unterrichtsraum einer Schule. (ARCHIVFOTO: DPA) 
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Das Angebot an Fremdsprachen wird für die Schüler in Sachsen-Anhalt zunehmend breiter. Entsprechend entscheiden sich auch immer mehr Schüler für Spanisch oder Italienisch als zweite Fremdsprache. Das geht aus einer Erhebung des Statistischen Landesamts in Halle hervor.
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MAGDEBURG/DPA. 

Unangefochtene Nummer eins bei der Wahl der zweiten Fremdsprache ist aber nach wie vor Französisch. 48 Prozent der Gymnasiasten entschieden sich dafür, zehn Jahre zuvor waren es mit 65 Prozent jedoch deutlich mehr gewesen. Englisch ist in der Regel die erste Fremdsprache und taucht in der dritten Klasse erstmals regulär im Stundenplan auf.

Auch Russisch ist in Sachsen-Anhalt beliebt. Immerhin jeder vierte Gymnasiast wählt bei der zweiten Fremdsprache diese Option. Latein, das viele Schüler schon mit Blick auf ein späteres Studium lernen, wählte jeder fünfte von ihnen. Vor zehn Jahren war es nur rund jeder zehnte Schüler gewesen.

"Die Schüler möchten ein breites Spektrum haben", sagte Thomas Gaube, Vize-Vorsitzender des Philologenverbands in Sachsen-Anhalt. Es gebe aus seiner Sicht eine höhere Nachfrage nach anderen Fremdsprachen. Das gehe durchaus zulasten von Französisch.

Eine wichtige Hürde für die Fremdsprachenangebote sind die Lehrer: Eine Sprache dürfe nur angeboten werden, wenn es ausreichend Lehrer gebe und die Schule den Unterricht mindestens bis zur zehnten Klasse gewährleisten könne, sagte Gaube. "Dafür brauche ich mindestens zwei ausgebildete Lehrkräfte", sagte der Leiter des Giebichenstein-Gymnasium "Thomas Müntzer" in Halle. Dort werde Altgriechisch als dritte Fremdsprache angeboten. Das sei unter anderem für künftige Pharmaziestudenten von Nutzen.

Gaube sieht allerdings keinen generellen Mangel an Fremdsprachenlehrern, vielmehr fehlten inzwischen Pädagogen für mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer. Das Magdeburger Kultusministerium betonte, dass immer wieder Lehrer für den Fremdsprachenunterricht eingestellt worden seien, obwohl es nur einen geringen Bedarf gegeben habe.