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Fragen und Antworten zur Facharztsuche: Bei Anruf: Arzttermin

Ärzteverbände hatten die neue Regelung von Anfang an kritisiert.

Ärzteverbände hatten die neue Regelung von Anfang an kritisiert.

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dpa

Magdeburg -

Ab 25. Januar arbeitet bei der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalts eine Terminservicestelle. Sie soll gesetzlich Krankenversicherte binnen vier Wochen einen Termin bei einem niedergelassenen Facharzt vermitteln. Gelingt das nicht, kann der Patient zur ambulanten Behandlung an ein Krankenhaus vermittelt werden. Wie funktioniert die Servicestelle?

Wie ist die Terminservicestelle erreichbar?

Sie ist ab 25. Januar telefonisch unter der Nummer 0391/627-8888 zu folgenden Zeiten zu erreichen: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9 und 12 Uhr sowie am Mittwoch von 13 bis 15 Uhr.

Was braucht der Versicherte?

Er braucht eine Überweisung mit einem zwölfstelligen Überweisungscode. Dieser ist der Servicestelle mit weiteren Inhalten der Überweisung und den Kontaktdaten des Versicherten zu nennen. Lediglich für die die Vermittlung eines Termins beim Augenarzt und beim Gynäkologen ist diese Überweisung nicht erforderlich.

Kann sich der Versicherte einen Arzt aussuchen?

Nein. Genauso wenig wie die Zeit. Gegebenenfalls kann die Arztpraxis, zu der vermittelt wird, auch weiter entfernt sein. Hier gilt als Maßstab die Zeit, in der er mit öffentlichen Verkehrsmitteln den nächstgelegenen Facharzt erreichen kann, zuzüglich 30 Minuten. Bei Ärzten der spezialisierten und gesonderten fachärztlichen Versorgung, zum Beispiel Radiologen, gelten vom nächstgelegenen Facharzt zusätzlich 60 Minuten als zumutbar. Die Fahrtkosten trägt der Versicherte.

Werden Termine in allen Fachrichtungen vermittelt?

Nein. Zur Notfallbehandlung, an den ärztlichen Bereitschaftsdienst, sowie an Zahnärzte, Kieferorthopäden, Hausärzte, Kinderärzte und zur psychotherapeutischen Behandlung findet keine Terminvermittlung statt. Auch Bagatellerkrankungen, Routine- und verschiebbare Kontrolluntersuchungen werden derzeit nicht vermittelt.

Welche Rolle spielen die Arzttermin-Stellen bei den Krankenkassen?

Beim Arzttermin-Service der AOK Sachsen-Anhalt haben im vergangenen Jahr knapp 3 900 Versicherte Terminanfragen in Auftrag gegeben. Die Kasse schließt diesen Service allerdings zum 31. März 2016, weil es nun die Terminservicestelle gibt. Bei der IKK gesund plus hat es 2015 etwa 2 500 Terminanfragen gegeben. Zu 65 Prozent gab es eine erfolgreiche Terminvermittlung. Wobei es manchen Versicherten nur um eine Vorverlegung eines bereits vorhandenen Termins ging. Gelang dies nicht, so galt die Vermittlung als nicht erfolgreich. Bei der Techniker Krankenkasse (TK) haben diesen Service rund 1.000 Sachsen-Anhalter genutzt. Die Wartezeiten auf einen Termin lagen zwischen zwölf und 22 Tagen. Jens Hennicke, Leiter der TK-Landesvertretung erklärt: „Die Versicherten geben vor, wie weit der Arzt entfernt sein darf und wie lange sie auf den Termin warten können. Vier von fünf Anrufern erhalten zu ihren Vorgaben einen Termin“, ergänzt er. Gefragteste Fachrichtungen waren übrigens bei allen Kassen Augenärzte, Neurologen, Orthopäden, Hautärzte und Psychologen. (mz/boe)

Informationen auch unter: www.kvsa.de