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Fingierte Verkaufsaktion: «Rettung» der Himmelsscheibe ist fünf Jahre her

Uhr | Aktualisiert 16.03.2007 17:01 Uhr
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Himmelsscheibe von Nebra

Die Himmelsscheibe von Nebra ist 3600 Jahre alt. (Foto: dpa)

Die 3600 Jahre alte Himmelsscheibe von Nebra hat im Zuge ihrer wissenschaftlichen Erforschung wertvolle Erkenntnisse über die geistige Entwicklung der Menschheit geliefert.
Halle/dpa. 

Die 3600 Jahre alte Himmelsscheibe von Nebra hat im Zuge ihrer wissenschaftlichen Erforschung wertvolle Erkenntnisse über die geistige Entwicklung der Menschheit geliefert. «Unsere Vorfahren haben früher als bislang bekannt über ein hoch entwickeltes mathematisches und astronomisches Wissen verfügt», sagte Landesarchäologe Harald Meller. «Die Menschen in Mitteleuropa hatten ein konkretes Weltbild und nutzen die Gestirne zur Zeiteinteilung. Das hätten wir ihnen nie zu diesem frühen Zeitpunkt zugetraut.» Meller erinnerte damit an die Rettung der Himmelsscheibe heute (Freitag) vor fünf Jahren.

Der Archäologe hatte am 23. Februar 2002 bei einer fingierten Verkaufsaktion in einem Hotel in Basel (Schweiz) die zwei Kilogramm schwere, fast kreisrunde Bronzescheibe aus den Händen eines mittlerweile rechtskräftig verurteilten Hehlerpaares gerettet. Der prähistorische Schatz ist die älteste konkrete Himmelsabbildung der Welt und ein kombinierter Mond- und Sonnenkalender. «Die Rettung der Himmelsscheibe war eine Sternstunde der Menschheit», sagte Meller. Die Scheibe war 1999 auf dem Mittelberg bei Nebra von Raubgräbern bei illegalen archäologischen Grabungen gefunden und unterschlagen worden.

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