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Familien in Sachsen-Anhalt: Immer mehr Männer pflegen kranke Kinder

Ein Vater prüft, ob sein schlafendes Kind Fieber hat.

Ein Vater prüft, ob sein schlafendes Kind Fieber hat.

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dak

Halle (Saale) -

Eine fiebrige Erkältung, Durchfall oder ein Beinbruch - wenn Kinder in Sachsen-Anhalt krank sind, übernehmen immer häufiger Väter ihre Pflege. Ihr Anteil ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Nach einer Statistik der DAK-Gesundheit wurden 2015 in Sachsen-Anhalt 22,1 Prozent aller Anträge auf das sogenannte Kinderpflege-Krankengeld von Männern gestellt. Damit lag ihr Anteil fast drei Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt (19,6 Prozent). 2010 waren es in Sachsen-Anhalt nur 15 Prozent der Väter. Der Bundesdurchschnitt lag damals bei 13,3 Prozent.

Ost-West-Gefälle

„Bei der Betreuung kranker Kinder gibt es ein deutliches Ost-West-Gefälle“, sagt Steffi Steinicke, Landeschefin der DAK-Gesundheit in Sachsen-Anhalt. So war der Anteil der pflegenden Väter in allen ostdeutschen Bundesländern mit knapp 23 Prozent vergleichsweise hoch. Im Westen lag der Durchschnitt bei nur rund 17 Prozent. Als ein Grund wird die traditionell hohe Erwerbstätigenquote der Frauen hierzulande angeführt. In den alten Bundesländern seien gleichberechtigte Doppelverdiener-Modell noch immer weniger stark verbreitet als im Osten, sagt Steinicke unter Berufung auf eine Studie der Bertelsmann-Stiftung.

Eine Rolle bei der insgesamt doch relativ niedrigen Beteiligung von Vätern an der Krankenpflege des Nachwuchses dürften auch Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Männern spielen. Das Kinderpflege-Krankengeld ist eine Lohnersatzleistung. Die Krankenkassen springen quasi ein, weil der Arbeitgeber keinen Lohn zahlt, wenn Eltern mit kranken Kindern zu Hause bleiben. Die Höhe des Kinderpflege-Krankengeldes, das die Kassen pro Elternteil für jeweils zehn Tage im Jahr und für Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren zahlen, wird dabei für den jeweils betreuenden Elternteil einkommensabhängig berechnet. Das ausgefallene Nettogehalt wird meist nicht zu 100 Prozent ersetzt. Da erweist es sich oftmals als günstiger, wenn die weniger verdienende Mutter zu Hause bleibt.

Sachsens Väter sind Spitzenreiter

Bundesweite Spitzenreiter bei der Betreuung kranker Kinder sind übrigens die sächsischen Väter mit 24,5 Prozent (2010: 16,1 Prozent). Das liegt vor allem am besonders hohen Anteil in Dresden (32 Prozent) und Leipzig (30 Prozent).

Sachsen-Anhalt liegt im Ländervergleich an fünfter Stelle - nach Sachsen, Berlin, Thüringen und Brandenburg. Auch hier sorgen vor allem die Städter für einen guten Wert. So blieben rund 30 Prozent der Väter aus Halle und Magdeburg zur Pflege des Nachwuchses zu Hause.

Die rote Laterne trägt Rheinland-Pfalz. Dort pflegten im vergangenen Jahr nur 13,6 Prozent der Väter ein krankes Kind. Aber es wurde auch aufgeholt. Im Jahr 2010 waren es nur 9,7 Prozent der Väter. In Baden-Württemberg pflegten 15,3 Prozent der Väter (2010: 11,3) und im Saarland 15,6 (2010: 8,8 Prozent) ihre Kinder. (mz)

meist nicht zu 100 Prozent ersetzt. Da erweist es sich oftmals als günstiger, wenn die weniger verdienende Mutter zu Hause bleibt.

Bundesweite Spitzenreiter bei der Betreuung kranker Kinder sind übrigens die sächsischen Väter mit 24,5 Prozent (2010: 16,1 Prozent). Das liegt vor allem am besonders hohen Anteil in Dresden (32 Prozent) und Leipzig (30 Prozent).

Sachsen-Anhalt liegt im Ländervergleich an fünfter Stelle - nach Sachsen, Berlin, Thüringen und Brandenburg. Auch hier sorgen vor allem die Städter für einen guten Wert. So blieben rund 30 Prozent der Väter aus Halle und Magdeburg zur Pflege des Nachwuchses zu Hause.

Die rote Laterne trägt Rheinland-Pfalz. Dort pflegten im vergangenen Jahr nur 13,6 Prozent der Väter ein krankes Kind. Aber es wurde auch aufgeholt. Im Jahr 2010 waren es nur 9,7 Prozent der Väter. In Baden-Württemberg pflegten 15,3 Prozent der Väter (2010: 11,3) und im Saarland 15,6 (2010: 8,8 Prozent) ihre Kinder. (mz)



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