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Extremismus: Schließung von Asylbewerberheim Harbke gefordert

Susi Möbbeck

Die Integrationsbeauftragte der Landesregierung, Susi Möbbeck, und die Linksfraktion im Landtag verlangten die Auflösung des Heimes im Bördekreis. (FOTO: DPA)

Harbke/Haldensleben/dpa. -

Die Integrationsbeauftragte derLandesregierung, Susi Möbbeck, und die Linksfraktion im Landtagverlangten die Auflösung des Heimes im Bördekreis. Nach ihrer Meinungist die Sicherheit der Bewohner nicht gewährleistet. Unbekanntehatten das Heim in der Nacht zum Montag mit Steinen beworfen. DieFensterscheibe der Unterkunft eines Syriers ging zu Bruch, wie diePolizei in Haldensleben mitteilte. Verletzt wurde niemand.Beweismaterial wurden sichergestellt. Da ein ausländerfeindlichesMotiv nicht ausgeschlossen werden kann, ermittelt der Staatsschutz.

Man müsse den Eindruck gewinnen, dass das Heim im Fokusrechtsextremer Kräfte stehe, sagte Möbbeck. Nach ihren Informationenist der neuerliche Vorfall der vierte oder fünfte innerhalb wenigerWochen, es seien Fenster eingeschmissen und Hakenkreuze gesprühtworden. Die Menschen seien auf dem großen Grundstück mitten im Waldweitab von der nächsten Polizeistation gefährdet. «Der Landkreissollte die Konsequenz ziehen und die restlichen Bewohner dezentralunterbringen», sagte Möbbeck. Dafür habe sich auch der Runde Tischgegen Ausländerfeindlichkeit ausgesprochen, der in der vergangenenWoche Harbke besucht habe.

Vertreter der Polizei hätten dem Runden Tisch berichtet, dassregelmäßig Streifen zum Heim gefahren werden, sagte die Leiterin desSozialamtes am Landratsamt Börde, Marlis Lüder. In der Unterkunft mit150 Plätzen seien derzeit 109 Menschen gemeldet, 35 bis 38 würdendort ständig leben. Über den Aufenthaltsort der anderen könne siekeine Angaben machen. Die hygienischen Mängel, für die das Heim imvergangenen Jahr auch in die Schlagzeilen geraten war, seienbeseitigt worden.