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eSports in Leipzig: Arena der Dreamhack-Zocker

Zocken auf der Dreamhack: Spieler sitzen an ihren Rechnern.

Zocken auf der Dreamhack: Spieler sitzen an ihren Rechnern.

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Andreas Stedtler

Leipzig -

Die enge Gasse sieht beschaulich aus. Im oberen Stockwerk eines Hauses brennt Licht, in einer Seitenstraße parkt ein Auto. Doch dann ruft jemand: „Lauf“. Von der Seite ist eine Explosion zu hören. Ein Blick - das Fahrzeug brennt. Es ertönt das Knattern von Maschinen-Pistolen, eine Schrotflinte oder eine andere Art von Gewehr wird durchgeladen. Willi Eßer und seine vier Mitspieler blicken gebannt auf ihre Monitore. Ihre Waffen: Tastatur und Maus. Sie haben sich zur Mannschaft „Teamkill“ zusammengeschlossen und spielen „Counter-Strike“ - es ist eines der populärsten Online-Actionspiele der Welt.

Eßer ist am Freitag einer der ersten Amateurspieler, der auf das neue Leipziger Spiele-Event „Dreamhack“ gekommen ist. Bis Sonntag findet auf der Neuen Messe Deutschlands größte Lan-Party statt. Mehr als 1 000 Gamer kommen zusammen und treten gegeneinander an. 56 Stunden dauert das sogenannte E-Sports-Festival. Dabei wird auch um Preisgelder im sechsstelligen Bereich gespielt.

Wie die meisten Spieler hat „Teamkill“ seine eigenen Computer mitgebracht. Auf dem Boden stehen Isomatten und Schlafsäcke, auf dem Tisch sind Schokoriegel und Energy-Drinks verteilt.

Seit gut zweieinhalb Jahren spielen sie zusammen. Ein bis zwei Mal in der Woche treffen sie sich, um gegen andere Teams über Internet anzutreten. Auf den ersten Blick ist „Counter Strike“ ein gewöhnliches Ballerspiel. „Doch gut spielt nur, wer Taktik und Strategie beherrscht“, sagt Falk Wölfing. Im Kern ist das Spielziel relativ simpel: Die Spieler stehen sich in Teams aus je fünf Mann gegenüber. Eine Partei versucht, eine virtuelle Bombe an festgelegten Punkten zu platzieren. Die andere Gruppe muss dies verhindern. Blitzschnell sausen die Spieler über ihre Tasten oder klicken die Maus. Sehr gute Spieler kommen auf 150 Bewegungen pro Minute. Bei derart schneller Reaktionszeit, die oft nur auf Reflexen beruht, kommt es am Ende auf Spielintelligenz und Informationsaustausch an, um die Partie zu gewinnen.

Dies alles muss man zunächst wissen und verstehen, um zu begreifen, warum immer mehr junge Menschen begeistert von E-Sports sind. Weltweit gibt es nach Schätzungen rund 145 Millionen E-Sport-Enthusiasten, 13 Millionen davon nehmen regelmäßig an Ligaspielen und Turnieren teil, die sowohl im Amateur- als auch im Profibereich ausgetragen werden. 205 Millionen Zuschauer verfolgen das Geschehen. Die aus Schweden stammende Dreamhack ist eines der größten Events weltweit, die nun in Leipzig ihren deutschen Ableger besitzt.

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