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Mitteldeutsche Zeitung | Deutsche Bahn: Neue IC-Züge kommen mit Verspätung
15. December 2014
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Deutsche Bahn: Neue IC-Züge kommen mit Verspätung

So sollen die Doppelstock-IC der Bahn aussehen. Ihre Auslieferung verzögert sich allerdings weiter.

So sollen die Doppelstock-IC der Bahn aussehen. Ihre Auslieferung verzögert sich allerdings weiter.

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DB

Halle (Saale) -

Warten auf den Zug - bei der Deutschen Bahn gilt das derzeit auch mit Blick auf die Lieferung von längst bestellten und versprochenen neuen Waggons für IC-Züge. Es sollen erstmals Doppelstockwagen eingesetzt werden, unter anderem auf der IC-Strecke Leipzig-Halle-Hannover. Die derzeitige Flotte aus aufgemöbelten, oft jahrzehntealten Schnellzugwagen soll ersetzt werden. Davon sprechen die Bahnverantwortlichen seit Jahren, Termine verschieben sich allerdings immer wieder. Nun ist von Ende 2015 die Rede.

Lieferverzug und Zulassungsschwierigkeiten

Als vor zwei Jahren Magdeburg seinen Anschluss an das ICE-Netz einbüßte, vertröstete der Bahn-Konzernbevollmächtigte Jobst Paul die Kunden: IC-Züge seien dem ICE bei Komfort und Technik ebenbürtig. Und ab 2014, so kündigte Paul an, sollten 27 hochmoderne Doppelstock-ICs fahren. „Damit bekommt Sachsen-Anhalt etwas ganz Neues.“ Die Bahn wartet bis heute auf die Lieferung der Züge durch den Hersteller Bombardier.

Die kündigt Bombardier-Sprecher Immo von Fallois nun für das kommende Jahr an. Die Züge sollen zum Fahrplanwechsel im Dezember 2015 fahren. Als Grund für die Verspätung nennt er die Zulassung durch das Eisenbahn-Bundesamt. Dort seien während der Entwicklung mehrfach „zusätzliche Nachweise“ gefordert worden.

Schlechte Kritik für Prototypen

Erste Prototypen der zweistöckigen IC von Bombardier gibt es inzwischen, sie sind im Herbst in Berlin und Leipzig präsentiert worden. Und haben schlechte Kritiken geerntet. Jan Krehl etwa, Regionalsprecher vom bahnkritischen Verkehrsclub Deutschland (VCD) Halle/Saalekreis, sieht eine Verschlechterung gegenüber den jetzt rollenden Waggons. Es gebe zu wenig Platz für Koffer, der Raum im oberen Bereich der Wagen sei beengt, die Sitze seien zu wenig gepolstert und damit unbequem. Krehl: „Die Bahn will mit Nahverkehrswagen im Fernverkehr fahren.“ Ein weiterer Kritikpunkt: In den Doppelstockzügen der künftigen ICs fehlten Bistro- oder Speisewagen. Platz gebe es nur für Automaten. „Da bieten schon die meisten Fernbusse mehr Komfort mit bequemeren Sitzen und einem besseren Catering“, sagte Krehl.

Bahnsprecher Bönisch beschreibt die künftigen IC-Züge anders: Sie hätten „Ausstattungsmerkmale des Fernverkehrs“, etwa bei Sitzabstand sowie der ergonomischen Sitz-Gestaltung. Bombardier-Mann von Fallois spricht von „gehobener Ausstattung“.

Bönisch räumt allerdings ein, dass es in den neuen ICs keine Bistrowagen geben werde. Das „Gastro-Konzept“ ist noch in Arbeit, klar sei aber: Es werde einen „komfortablen Am-Platz-Service“ geben. Erst mit dem Fahrplanwechsel am vergangenen Wochenende hatte die Bahn auf zwei durch Sachen-Anhalt laufenden IC-Verbindungen die Bistrowagen ausrangiert (die MZ berichtete). Für Bahnkritiker Krehl ist das eine versteckte Preiserhöhung: In den IC-Zügen geben es nun fürs gleiche Geld weniger Komfort. (mz)